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Smart Lock Switchbot Lock Ultra Vision Pro im Test: Nuki sieht dagegen alt aus

Dank 3D-Gesichtserkennung gelingt der Zugang zur eigenen Wohnung besonders bequem und auch noch schnell. Was will man mehr?

Switchbot präsentierte im vergangenen Jahr das weltweit erste Smart Lock mit 3D-Gesichtserkennung – und hat nun mit dem Lock Ultra Vision Pro eine verbesserte Version im Angebot. Das neue Modell erweitert das biometrische Spektrum: Neben dem bewährten 3D-Gesichtsscanner kommt erstmals eine Handvenenerkennung zum Einsatz, die nach dem gleichen optischen Prinzip arbeitet.

Auch beim Lieferumfang gibt es Neuerungen: So liegt dem Paket erstmals eine schützende Kunststoffhaube bei, die den Sensor vor störendem Lichteinfall abschirmt.

Im folgenden Testbericht zeigen wir, wie zuverlässig das Switchbot Lock Ultra Vision Pro im Alltag funktioniert und wie reibungslos es sich in gängige Smart-Home-Plattformen wie Home Assistant und Apple Home integrieren lässt.

Lieferumfang, Design und Verarbeitung

Das Smart-Lock-Set Switchbot Lock Ultra Vision Pro besteht aus drei Komponenten: dem Smart Lock Ultra, dem Keypad Vision Pro in Schwarz oder Silber und dem Hub Mini Matter. Im Lieferumfang sind neben Schutzhaube und NFC-Karte noch ein Türsensor sowie Montagewerkzeug und Adapter für zahlreiche Knaufvarianten enthalten. Mit Letzteren ist das Lock Ultra auch zu Türschlössern kompatibel, die an der Innenseite keinen Schlüssel, sondern einen Knauf zum Ver- und Entriegeln nutzen.

Das Switchbot Lock Ultra Vision Pro fällt im Vergleich zum Tedee Go 2 weniger kompakt aus.

Das Keypad Vision Pro ist im Unterschied zum anthrazitfarbenen Keypad Vision in Silbergraumetallic lackiert, ansonsten aber, was die äußeren Abmessungen anbelangt, mit 13,1 × 6,5 × 3 cm, identisch. Das Lock Ultra fällt mit 12,2 × 6,3 × 6,7 cm kompakter als der Vorgänger Lock Pro aus und weiß auch mit der ovalen Bauform besser zu gefallen. Dennoch kann es in puncto Design nicht mit dem Tedee Go 2 (Testbericht) und dem Nuki Smart Lock Pro 5.0 (Testbericht) mithalten, die aufgrund ihrer runden und sehr kompakten Bauform mit 5,5 x Ø4,5 cm (Tedee Go 2) sowie Metalloberflächen eleganter aussehen und haptisch einen höherwertigen Eindruck hinterlassen.

Im Lieferumfang des Switchbots sind zwar drei Klebepads in Holzoptik für die Frontseite enthalten, doch ändern sie nichts am grundsätzlichen relativ klobigen Design. An der Verarbeitung gibt es ansonsten nichts auszusetzen.

Das Keypad Vision mit 3D-Gesichtserkennung gibt es in Schwarz, während das neue Keypad Vision Pro mit 3D-Gesichts- und Handvenenerkennung in Silbergraumetallic lackiert ist.

Montage von Switchbot Lock Ultra und Keypad Vision Pro

Das beiliegende Handbuch erklärt die Montage anschaulich anhand zahlreicher Grafiken. Ansonsten erläutert auch das folgende Video den Einbau.

Für die Befestigung der Halterung stehen zwei Optionen zur Verfügung: Die verschraubbare Halterung kommt zum Einsatz, wenn der Zylinder mehr als 3 mm aus der Tür- oder der Zylinderverkleidung herausragt. Andernfalls wird die klebbare Variante verwendet. Dabei ist besondere Sorgfalt geboten, da ein schiefes Anbringen nicht korrigiert werden kann – im Gegensatz zur verschraubbaren Halterung, die später noch justiert werden kann.

Nach der Befestigung des Halteadapters wird zunächst der Schlüssel ins Schloss gesteckt – über diesen Mechanismus öffnet und schließt das Lock Ultra die Tür. Anschließend erfolgt die Befestigung des Smart Locks im Adapter: Dazu werden die beiden seitlichen Halteklammern am Lock Ultra seitlich aufgeklappt, das Gerät in die Halterung gesetzt und die Halteklammern anschließend wieder nach unten gedrückt, um es zu fixieren.

Das Keypad Vision Pro wird im Außenbereich an der Tür, der Türzarge oder neben der Tür montiert. In unserem Fall erfolgte die Anbringung an der Türzarge mithilfe der mitgelieferten Adapterplatte – dadurch ist das Gerät schräg nach vorn ausgerichtet, was eine optimale Erfassung von Personen und Gesichtern durch den Infrarotscanner ermöglicht. Die Befestigung kann entweder über die doppelseitigen 3M-Klebepads oder mittels Schrauben und Dübeln erfolgen; beide Varianten sind im Lieferumfang enthalten.

Die empfohlene Installationshöhe – gemessen vom Boden bis zur Unterkante des Gehäuses – richtet sich nach der Körpergröße der zu erfassenden Personen. Bei einer Montagehöhe von 1,2 m werden Personen zwischen 110 cm und 180 cm erfasst, bei 1,3 m liegt der Erfassungsbereich bei 120 cm bis 190 cm, und bei 1,4 m zwischen 130 cm und 200 cm. In jedem Fall ist ein seitlicher Abstand von mindestens 6 cm zur Tür oder angrenzenden Wand einzuhalten, damit das Gerät bei Bedarf mithilfe des mitgelieferten Sim-PINs aus der Halterung entnommen werden kann.

Switchbot Lock Ultra Vision Pro: Entsperren mit Gesicht, Hand, Fingerabdruck, NFC-Card, Code und App

Wozu wird der Switchbot Hub Mini benötigt?

Zwar ist der mitgelieferte Switchbot Hub Mini Matter für den regulären Betrieb nicht zwingend erforderlich, da Lock Ultra und Keypad Vision Pro direkt über Bluetooth miteinander kommunizieren – für den Fernzugriff auf das Smart Lock und das Keypad Vision Pro wird er jedoch benötigt. Ferner ist er notwendig, um angebundene Geräte über Matter in andere Ökosysteme wie Home Assistant oder Apple Home zu integrieren. Auch die Einbindung von Sprachassistenten wie Alexa, Google Assistant und Siri setzt einen Hub voraus.

Für Nutzer weiterer Smart-Home-Komponenten von Switchbot erlaubt der Hub zudem, Automatisierungen mit anderen Geräten umzusetzen. Allerdings ist der Hub Mini Matter in puncto Anbindung an fremde Smart-Home-Systeme auf vier Produkte begrenzt. Der Hub 2 erlaubt die Integration von bis zu acht Geräten, während der Hub 3 (Bestenliste) sogar bis zu 30 Geräte in andere Smart-Home-Ökosysteme einbinden kann.

Inbetriebnahme und Konfiguration mit der Switchbot-App

Nach der Montage erfolgt die Einrichtung des Smart Locks mit der Switchbot-App, für die eine Registrierung erforderlich ist. Das Set-up gestaltet sich unkompliziert und ist binnen weniger Minuten abgeschlossen. Anschließend muss das Keypad noch mit dem Schloss verbunden werden.

Nach der Koppelung stehen verschiedene Öffnungsmethoden zur Wahl: Gesichtserkennung, Handvenenscan, Fingerabdruck, PIN-Code, NFC-Tag, App-Entsperrung mit Smartphone oder Smartwatch. Apple Home Key wird vom Keypad Vision Pro hingegen nicht unterstützt. NFC-Tags – wie das beiliegende Modell im Scheckkartenformat – lassen sich über die App mit dem Keypad Vision Pro autorisieren. Auch Tags von Drittherstellern, etwa von Welock, funktionieren problemlos. Ein in der App angedeutetes Anlernen eines Smartphones als NFC-Türöffner ist dagegen nicht möglich.

Switchbot Lock Ultra Vision Pro: Entsperren mit Gesicht, Hand, Fingerabdruck, NFC-Card, Code und App

Das Keypad Vision Pro speichert jeweils bis zu 100 Gesichter, Fingerabdrücke, PIN-Codes und NFC-Tags. Dabei wird zwischen permanenter, temporärer und einmaliger Autorisierung unterschieden. Diese Einstellungen lassen sich jedoch nicht benutzerbezogen verwalten, sondern müssen einzeln angelegt werden. Temporäre Zugangsdaten können zudem nur für bestimmte Zeiträume, nicht aber für bestimmte Wochentage definiert werden – ein Feature, das etwa das Tedee Go 2 bietet. Dort lassen sich Autorisierungen pro Nutzer nach Zeiträumen, Tagen und Uhrzeiten einschränken und flexibel aktivieren oder deaktivieren.

Das Keypad Vision Pro verfügt über eine Sprachausgabe in Deutsch, Englisch, Japanisch oder Italienisch. Wer das Gerät im Flur einer Eigentumswohnanlage installiert, sollte diese Funktion jedoch deaktivieren – andernfalls könnten Ansagen wie „Kommen Sie näher, bitte“ oder „Ihre Tür ist aufgeschlossen“ bei Nachbarn für Irritationen sorgen.

Das Switchbot Lock Ultra Vision Pro lässt sich auch in Apple Home einbinden. Allerdings sind die Steuerungsmöglichkeiten limitiert. Eine Auflistung von Vorgängen nach Benutzer und Entsperrmethode bietet nur die Switchbot-App.

Praktisch ist die Funktion Fast Unlock: Sie hält das Keypad Vision Pro in einer permanenten Bluetooth-Verbindung mit dem Lock Ultra, sodass das Schloss zügig auf Eingaben reagiert. Im direkten Vergleich öffnet das Lock Ultra die Tür deutlich schneller als das Tedee Go 2, da sich dessen Keypad gelegentlich erst neu verbinden muss – was drei bis vier Sekunden dauern kann.

Auch akustisch hat Switchbot nachgelegt: Das Lock Ultra arbeitet deutlich leiser als sein Vorgänger und liegt etwa auf dem Niveau des Tedee Go 2. Wird die Geschwindigkeit auf „langsam“ eingestellt, ist es nahezu geräuschlos.

Der Fernzugriff über den Hub Mini hingegen funktioniert nur eingeschränkt. Einige Konfigurationsoptionen stehen nicht zur Verfügung, da sie eine direkte Bluetooth-Verbindung voraussetzen.

Tür öffnen mit Gesicht, Hand, Fingerabdruck, NFC-Card und Code

Die Gesichtserkennung funktioniert mit dem Keypad Vision Pro jederzeit zuverlässig und zügig – auch bei Dunkelheit. Trägt man eine Sonnenbrille, erkennt das Gerät hingegen nicht immer das Gesicht. Um dieses Problem zu lösen, haben wir einfach eine weitere Gesichtserkennung mit Brille durchgeführt.

Kaum mehr als eine Sekunde dauert es, bis es Gesichtsdaten erfasst, verifiziert und die Tür öffnet. Allerdings muss man für die Erkennung stillstehen. Wenn man sich während der Erkennung bewegt, dauert es etwas länger. Die zügig arbeitende Gesichtserkennung hat aber auch einen Nachteil. Im Test ist es mehrmals vorgekommen, dass das Gesicht einer Person beim Verlassen der Wohnung, die kurz im Erfassungsbereich des Vision Pro stehen geblieben ist, verifiziert wurde und die Falle gezogen wurde, gerade in dem Moment, in dem man die Tür geschlossen hat. Derzeit gibt es noch keine Möglichkeit, die automatische Erfassung bei geöffneter Tür zu deaktivieren. Allerdings kann man sie auf manuell umstellen, sodass eine Erfassung erst erfolgt, wenn man eine Taste auf dem Keypad betätigt. Im Alltag haben wir es aber bei der automatischen Erfassung belassen.

Switchbot Lock Ultra Vision Pro: Entsperren mit Gesicht, Hand, Fingerabdruck, NFC-Card, Code und App

Ähnlich zuverlässig und schnell arbeitet die Handvenenerkennung. Mit unter einer Sekunde Öffnungszeit funktioniert das Entsperren per Fingerabdruck und NFC-Karte allerdings noch etwas zügiger. Die Möglichkeit, die Tür per Passcode zu öffnen, existiert zwar, doch spielt sie in der Praxis kaum eine Rolle, da die Eingabe des Codes schon länger dauert als das Entsperren per Gesicht, Hand, Fingerabdruck oder NFC-Karte. Aber für Ferienhäuser könnte das relevant sein, da man den Code auch aus der Ferne auf dem Keypad Vision Pro speichern kann, während das Anlernen von Gesichtern, Händen und NFC-Karten lokal erfolgt.

Bei den geringen zeitlichen Unterschieden in puncto Türöffnung entscheidet in der Praxis der Komfort bei der Wahl der Entsperrmethode. Bei allen Testpersonen ist das die Gesichtserkennung: Die minimal längere Öffnungszeit der Gesichtserkennung wurde von diesen nicht als nachteilig empfunden und wird daher bevorzugt verwendet, um die Tür zu öffnen. Und in puncto Komfort ist sie allen anderen Methoden ohnehin überlegen, etwa dann, wenn Finger nass sind oder wenn man eine schwere Kiste mit beiden Händen hält und somit keine Hand für die Nutzung des Fingerabdrucksensors oder für die Handvenenerkennung frei ist.

Für das Öffnen der Tür könnte man auch die noch im Betastadium befindliche Auto-Unlock-Funktion verwenden. Die Tür wird allerdings nur dann geöffnet, wenn man sich mit dem Smartphone mindestens 100 m von der Wohnung entfernt. Wer nur im Keller etwas holt und anschließend zurückkommt, profitiert nicht von Auto-Unlock. Somit nutzen wir diese Funktion auch nicht, weil sie gegenüber dem Öffnen per Gesichtserkennung keinen Vorteil bietet.

Sämtliche Zugangsdaten – darunter Gesichtsprofile und Fingerabdrücke – werden verschlüsselt direkt auf dem Lock Ultra respektive dem Keypad Vision Pro gespeichert. Ein Upload in die Cloud findet nicht statt. Um dies zu verifizieren, wurde der Internetzugang während des Tests zeitweise deaktiviert – das System funktionierte in dieser Zeit uneingeschränkt weiter.

Switchbot Lock Ultra mit Keypad Vision Pro: Passt fast auf alle Schlösser, bietet 3D-Gesichts- und Handvenenerkennung sowe eine dreistufige Energieversorgung.

Wie lange hält der Akku?

Die Energieversorgung zählt neben der Gesichts- und Handvenenerkennung zu den Stärken des Lock Ultra Vision Pro. Wie bereits beim Standardmodell sichern insgesamt drei Akkus die Energieversorgung: Der wiederaufladbare Hauptakku soll eine Laufzeit von bis zu neun Monaten ermöglichen. Die App informiert rechtzeitig über den aktuellen Ladestand. Die tatsächliche Laufzeit hängt dabei natürlich von der Häufigkeit der Öffnungs- und Schließvorgänge ab.

Da das Schloss zum Zeitpunkt des Tests erst gut eine Woche im Einsatz war, können zur Akkulaufzeit noch keine endgültigen Aussagen getroffen werden. Erfahrungswerte liefert jedoch das nahezu baugleiche Vorgängermodell: Dort reduzierte sich die Akkukapazität innerhalb von fünf Monaten von 100 auf 48 Prozent – ein häufiges Aufladen ist demnach nicht erforderlich.

Switchbot Lock Ultra Vision: Vom 24.11.2025 bis zum 22.3.2026 hat sich der Akku von 100 Prozent auf 48 Prozent entleert.

Sollte dennoch geladen werden müssen, gestaltet sich der Vorgang unkompliziert. Der Akku muss dazu aus dem Schloss ausgebaut werden, was nach Lösen der Frontverkleidung schnell erledigt ist. Die Ladedauer gibt Switchbot mit sechs Stunden an – ein Wert, der mit den Erfahrungen am Standardmodell übereinstimmt: Dort dauerte das Aufladen von etwas über 50 auf 100 Prozent knapp drei Stunden. Während des Ladevorgangs bleibt das Lock Ultra weiterhin betriebsbereit – ein zweiter Akku übernimmt die Energieversorgung und ermöglicht bis zu 500 Öffnungen. Sollte auch dieser entladen sein, sorgt eine dritte Batterie für weitere fünf Öffnungen. Zur Not kann zudem weiterhin der mechanische Schlüssel genutzt werden.

Das Keypad Vision Pro verfügt an der Unterseite über einen USB-C-Anschluss, sodass ein Ausbau zum Laden nicht nötig ist. Im Test kam eine Powerbank zum Einsatz, die in einer am Gerät befestigten Tasche platziert wurde. Während des Ladevorgangs stehen Gesichts- und Handvenenerkennung allerdings nicht zur Verfügung – Fingerabdruckscanner, NFC- und PIN-Entsperrung funktionieren dagegen weiterhin.

Für Home Assistant stehen drei Integrationen parat: lokal über Bluetooth oder über die Cloud respektive MQTT. Die Anbindung über Matter ist nur mithilfe eines Google- oder Apple-Hubs möglich.

Wie gut ist die Smart-Home-Anbindung?

Das Lock Ultra kann in Verbindung mit einem matterfähigen Switchbot-Hub in andere Smart-Home-Systeme wie Home Assistant oder Apple Home eingebunden werden. Voraussetzung ist jedoch, dass der Switchbot-Hub zunächst an einen Apple- oder Google-Hub angebunden wird, über den er dann per Matter an weitere Systeme durchgereicht werden kann.

Unter Apple Home fallen die Steuerungsmöglichkeiten eher rudimentär aus: Lediglich Ver- und Entriegeln sind möglich – das Ziehen der Falle steht nicht zur Verfügung. Auch zur Überwachung des Smart Locks eignet sich Apple Home nur bedingt, da viele Zustände wie Türsensor nicht erfasst werden.

Switchbot Bluetooth: Sofern die Bluetooth-Reichweite vom Smart-Home-Zentralrechner bis zum Lock Ultra ausreicht, kann diese Integration genutzt werden. Das Öffnen der Falle gelingt hier allerdings nur, wenn in den Konfigurationseinstellungen die Option „Falle erzwingen“ aktiviert wird.Switchbot Cloud: Diese Integration ist bereits in Home Assistant enthalten und bietet Zugriff auf die Türfalle.Switchbot MQTT: Wird über ein Add-on im Home Assistant Community Store (HACS) nachgerüstet. Diese Variante bietet Zugriff auf das Keypad Vision Pro – etwa zum Anlegen oder Löschen von Passcodes. Die Option zum Ziehen der Falle ist zwar vorhanden, funktioniert jedoch nicht korrekt: Die Falle wird zwar ausgefahren, aber vermutlich aufgrund fehlender Kalibrierungsdaten öffnet sich die Tür nicht.

Keine der drei Lösungen arbeitet bislang vollständig fehlerfrei mit dem Lock Ultra oder Keypad Vision Pro zusammen. Auf Verlaufsdaten mit Nutzer und Entsperrmethode, wie sie in der App gelistet werden, muss man unter Home Assistant leider auch verzichten.

Eine zusätzliche Möglichkeit ergibt sich, wenn das Lock Ultra Vision Pro über Matter von Apple Home in Home Assistant integriert wird. Auf diesem Weg kann das Schloss abends verriegelt und morgens entriegelt werden, ohne dass die Falle gezogen wird – ein Vorteil gegenüber den anderen Integrationsvarianten.

Das Switchbot Lock Ultra Vision Pro lässt sich auch in Apple Home einbinden. Allerdings sind die Steuerungsmöglichkeiten limitiert. Eine Auflistung von Vorgängen nach Benutzer und Entsperrmethode bietet nur die Switchbot-App.

Preis

Das Switchbot Lock Ultra Vision Pro kostet regulär 320 Euro. Doch zu diesem Preis dürfte es in der Regel kaum den Besitzer wechseln, da es häufiger im Angebot ist. Aktuell erreicht es bei Amazon mit 250 Euro sogar einen neuen Tiefstpreis – günstiger gab es das clevere Smart Lock noch nie. Zum Vergleich: Das Nuki-Spitzenmodell Smart Lock 5.0 Pro kostet ohne Fingerabdruckscanner bereits über 250 Euro – und einen 3D-Gesichtsscanner bietet weder Nuki noch ein anderer Hersteller am Markt.

Das Set bei Amazon gibt es allerdings nur mit schwarzem Smart Lock. Wer lieber die silberne Variante bevorzugt, zahlt im Shop des Herstellers 256 Euro. Und wer bereits einen Switchbot-Hub verwendet, zahlt für das Set aus Lock Ultra und Keypad Vision Pro 247 Euro.

Wenn die Handvenenerkennung keine Rolle spielt, spart man mit der Standard-Version, die ebenfalls einen 3D-Gesichtsscanner bietet, 50 Euro.

Fazit

Optisch mag es ansprechendere Smart Locks geben als das Switchbot Lock Ultra Vision Pro. Wer jedoch Wert auf maximale Funktionalität legt, kommt am neuesten Modell von Switchbot kaum vorbei – denn sowohl die 3D-Gesichtserkennung als auch die Handvenenerkennung bietet in dieser Kombination bislang kein anderer Hersteller. Tatsächlich ist selbst eine reine 3D-Gesichtserkennung am Smart-Lock-Markt aktuell noch einmalig.

Während die Gesichtserkennung für die meisten Nutzer völlig ausreicht, kann die Handvenen-Option besonders für Familien interessant sein: Sie ermöglicht auch kleinen Kindern den Zugang, deren Gesichter außerhalb des Erfassungsbereichs des 3D-Scanners liegen.

Positiv hervorzuheben ist zudem die Anbindung an Smart-Home-Zentralen wie Home Assistant und Apple Home. Letztere ist allerdings ausschließlich über Matter möglich – und dort stehen längst nicht so viele Funktionen zur Verfügung wie über die Cloud- oder lokale Bluetooth-Integration in Home Assistant.

Ein paar Kritikpunkte gibt es dennoch: Wer das Schloss über Nacht verriegelt und morgens aufschließen möchte, ohne die Falle zu ziehen, kann das aktuell nur über Home Assistant realisieren – und auch nur dann, wenn das Smart Lock via Matter angebunden ist. Dafür wird wiederum ein Google- oder Apple-Hub benötigt. Die Smart-Home-Integration ist somit zwar vielseitig, aber nicht durchgängig vollumfänglich. Unter Apple Home etwa fällt sie eher rudimentär aus: Neben Entriegeln (inklusive Falle ziehen) und Verriegeln gibt es kaum weitere Steuerungsmöglichkeiten. Selbst einfache Sensordaten wie Tür- oder Batteriestatus werden in Apple Home nicht angezeigt – immerhin lässt sich letzterer über die Homekit-Alternative Eve auslesen.

Trotz einiger kleinerer Schwächen, die sich möglicherweise durch zukünftige Firmware-Updates beheben lassen, ist das Switchbot Lock Ultra Vision Pro insgesamt sehr empfehlenswert. Passenderweise ist es gerade zum neuen Tiefstpreis von 250 Euro im Angebot. Wer auf die Handvenenerkennung verzichten kann, zahlt für die Standard-Version 50 Euro weniger.


Quelle:

www.heise.de