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Lebensstil“The Invite” im Kino: Die Eskalation des Socializing

“The Invite” im Kino: Die Eskalation des Socializing

“The Invite” ist ein brillanter Schlagabtausch über Beziehungsfragen auf der Höhe der Zeit.

Am Ende dieses Films werden Sie vielleicht noch mal darüber nachdenken, wen Sie als nächstes zu sich nach Hause einladen. Vor allem aber könnten Sie einen veränderten Blick auf Ihren Partner haben.

Zwei Paare, eine Wohnung, ein Abend. Das kann schon mal zu einem mühsamen Kammerspiel werden. Im Fall von “The Invite” führt es aber zur maximalen Eskalation des Socializing. In einem Feuerwerk exzellent geschriebener Dialoge über die großen Lebenslügen, die sich in Beziehungen einschleichen können, kommt das Publikum zwischen Fremdscham und Lachen selten zur Ruhe.

Olivia Wilde ist die Regisseurin des Films, in dem sie auch eine der vier Hauptrollen übernimmt. Ihren Mann spielt Seth Rogan. Das zweite Paar spielen Edward Norton und Penélope Cruz, die sich auf dem absoluten Höhepunkt ihrer Schauspielkunst befindet.

“The Invite” im Kino: Ja, Hi, schön, dass ihr da seid. Oder auch nicht.

Tobis Film

“The Invite” – Handlung

Mit offensichtlich sehr schlechter Laune kommt Joe (Seth Rogan) nach Hause, wobei es ihm nicht gelingt, sein Klappfahrrad in den kleinen Fahrstuhl zu bugsieren. Es ist einer dieser Tage, denkt man als Zuschauer, an denen man von dem kleinsten Widerstand zur Weißglut getrieben wird. In exakt diesem Zustand kommt Joe in sein opulent überdekoriertes Zuhause, in dem der Berufsmusiker eigentlich nichts anderes mehr vorhat, als einen Joint zu rauchen. Stattdessen setzt seine Frau Angela (Olivia Wilde) ihn darüber in Kenntnis, gleich den Abend als Gastgeber bestreiten zu müssen für die Nachbarn, die man immer beim Sex hört und jetzt mit einem Abendessen bewirten wird. Sofort bricht zwischen den beiden ein schwerer Streit aus, in dem nicht nur die Einladung, sondern gleich die gesamte 15 Jahre andauernde Beziehung infrage gestellt wird. Festgefahren und konservativ wirkt das, was zwischen den beiden mal Liebe gewesen sein soll.

Der Streit lässt sich auch dann nicht beilegen, als sie die Nachbarn schon im Wohnungsflur begrüßen. Bei Pina (Penélope Cruz) und Hawk (Edward Norton) handelt es sich um ein Paar, dass sich mit penetrant zur Schau getragener gegenseitiger Aufmerksamkeit überschüttet. Frisch verliebt und, wie Joe und Angela mit anhören mussten, offensichtlich sexuell hoch aktiv. Aber nicht nur das. Pina gibt sich psychologisch versiert und spricht die Spannungen an, die die ach so hübsch dekorierten Wohnräume fast zum Bersten bringen. Es kommt zum Streit, zum Schlichten, zur Aussprache, zum nächsten Streit, zu völlig unerwarteten Wendungen und vor allem zu Dialogen, die etwas Größeres offenlegen.


Quelle:

www.gq-magazin.de