US-Präsident Donald Trump hat nach Medieninformationen ein Nuklearabkommen mit Saudi-Arabien genehmigt. Es werde dem Königreich – einem langjährigen Rivalen des Irans – beim Aufbau eines zivilen Atomprogramms helfen, berichtet die Zeitung “Wall Street Journal” (WSJ). Die Vereinbarung solle eine Laufzeit von 30 Jahren haben, US-Unternehmen eine Schlüsselrolle beim Aufbau der erforderlichen Infrastruktur sichern und ausländische Konkurrenten ausschließen.
Möglicherweise werde der Deal auch den Weg für eine Urananreicherung auf saudischem Territorium ebnen, erfuhr das WSJ. US-Unternehmen dürften eine entsprechende Anlage in dem Wüstenstaat bauen, falls dies nötig sei. Das soll wohl eine gemeinsame Studie klären.
Pakt ohne wichtige Schutzklauseln?
Über ein Nuklearabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien wird seit längerem diskutiert. Trump verspricht sich davon Aufträge für die US-Atomindustrie in Milliardenhöhe. Bisher verfügt Saudi-Arabien über kein Kernkraftwerk – anders als die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), die ein ähnliches Abkommen mit den USA schon 2009 schlossen.
Um die Vereinbarung mit Saudi-Arabien zu erreichen, habe der amerikanische Präsident Kompromisse machen müssen, berichtet ergänzend die Zeitung “New York Times”. So habe Trump Bedingungen zugestimmt, die Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) daran hindern könnten, Zugang zu bestimmten Standorten zu bekommen. Gemeint seien Standorte, an denen der Verdacht aufkomme, dass dort Kernbrennstoff für Waffenprogramme abgezweigt werden könnte.
Sorge um die Stabilität
Mohammed bin Salman, Saudi-Arabiens Kronprinz und faktischer Herrscher, hatte bereits 2018 “großes Interesse” an einem eigenen Atomprogramm bekundet. Sein Land werde “so schnell wie möglich” nachziehen, sollte der Iran eine Atombombe entwickeln, sagte er damals in einem CBS-Interview. Diese Aussage schürte Ängste vor einem Wettrüsten im Nahen Osten, die noch immer bestehen.
Im Iran-Krieg wurde Saudi-Arabien zuletzt mehrfach von der Islamischen Republik aus mit Raketen attackiert. Die Führung in Teheran nimmt die strategische Partnerschaft zwischen Washington und Riad als Bedrohung seiner eigenen Sicherheit wahr. Unlängst griff auch die jemenitische, vom Iran unterstützte Huthi-Miliz einen Flughafen in dem Königreich an.
Saudi-Arabien und der Iran ringen seit langem um die Vorherrschaft in der Region. Beide Staaten näherten sich 2023 unter Vermittlung Chinas zwar an. Das Misstrauen bleibt aber groß nach einer jahrelangen Rivalität, die auch vom konfessionellen Konflikt zwischen dem sunnitischen Islam in Saudi-Arabien und dem schiitischen Islam im Iran geprägt wird.
wa/se (dpa, afp, rtr)
Quelle:
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