Infolge heftiger Regenfälle und Unwetter sind in China zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. In der zentral gelegenen Provinz Hubei meldet der Katastrophenschutz mindestens elf Tote und einen weiteren Vermissten. Mindestens 275 Menschen wurden demnach verletzt.
In der Nacht zu diesem Dienstag hatten heftige Stürme die Region heimgesucht. Hunderte Bewohner wurden von den Behörden in Sicherheit gebracht. In der Stadt Huanggang waren nach einem Tornado Rettungskräfte im Einsatz.
Xi: Alle Kräfte mobilisieren
Starkregen sorgte im Nordwesten Chinas für einen Erdrutsch im Kreis Tanchang in der Provinz Gansu. Hierbei kamen mindestens fünf Menschen ums Leben, zwölf weitere werden noch vermisst. Staatspräsident Xi Jinping ordnete an, alle Kräfte für die Rettung und Versorgung von Verletzten zu mobilisieren.
Erst am Vortag hatte ein Dammbruch am Liulan-Stausee in Südchina die höchste Hochwasser-Warnstufe ausgelöst. Durch das Unglück im autonomen Gebiet Guangxi wurde ein ganzer Landstrich unter Wasser gesetzt. Laut jüngsten offiziellen Angaben starben vier Menschen; acht werden noch vermisst. Zehntausende Bewohner mussten ihre Häuser verlassen.
In der Region hatten seit dem Wochenende Ausläufer eines Tropensturms schwere Regenfälle verursacht. In sozialen Medien waren Videos zu sehen, die sturzflutartige Überschwemmungen zeigten. Weitere Regenwarnungen gelten für Teile der Nachbarprovinz Guangdong, für die östlichen Provinzen Anhui und Jiangsu sowie für die weiter nördlich gelegenen Provinzen Shandong, Lianoning und Jilin, wie die chinesische Wetterbehörde mitteilte.
Erhöhtes Risiko durch El Niño
China wird in den Sommermonaten immer wieder von schweren Überschwemmungen heimgesucht. Wegen des Klimaphänomens El Niño sehen Meteorologen dieses Jahr ein erhöhtes Risiko für Extremwetter. Zudem verschiebt sich das Regenband in der Volksrepublik seit einigen Jahren weiter gen Norden; auch sonst eher trockene Regionen – etwa um die Hauptstadt Peking herum – erleben nun heftige Regenfälle.
Derzeit steuert vom Pazifik her Taifun “Bavi” auf den Südosten Chinas zu. Der Tropensturm, der mit Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 200 Kilometern pro Stunde als Supertaifun gilt, könnte am Samstagvormittag (Ortszeit) auf Taiwan treffen, wie die Wetterbehörde der ostasiatischen Insel bekanntgab. Es wird damit gerechnet, dass der Sturm wenige Stunden später das Festland erreicht.
jj/pgr (dpa, afp, rtr)
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