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TechnologieBYD: In Brasilien rollt das erste Hybrid-Modell vom Band

BYD: In Brasilien rollt das erste Hybrid-Modell vom Band

Der chinesische Elektroautohersteller BYD hat nach Millioneninvestitionen in Brasilien sein erstes in dem südamerikanischen Land gefertigtes Plug-in-Hybridfahrzeug auf den Markt gebracht. Der BYD Song Pro Super-Hybrid Flex Fuel ist seit Mittwoch bei Händlern in ganz Brasilien erhältlich. Das Hybrid-Modell kann mit Strom, Benzin oder Ethanol betrieben werden. Brasilien ist der zweitgrößte Produzent von Ethanolkraftstoff weltweit und setzt im Automobilbereich stark auf Biosprit-Modelle.

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„Für BYD ist dies ein hochsymbolisches Projekt“, erklärte Alexandre Baldy, Vize-Präsident der BYD-Gruppe in Brasilien und Präsident für Vertrieb und Marketing bei BYD Auto Brasilien, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. „Diese erstmalige Zusammenarbeit der Forschungs- und Entwicklungsteams in Brasilien und China hat zu einem exklusiv für den brasilianischen Markt entwickelten Produkt geführt.“

Das neue Modell wird in dem neuen BYD-Werk in Camaçari im nordöstlichen Bundesstaat Bahia gefertigt. Wie Baldy betont, erfüllt es das Ziel des Unternehmens, bis Januar 2027 bei allen in Brasilien produzierten Fahrzeugen einen Anteil von mehr als 50 Prozent an lokalen Komponenten zu erreichen, um den brasilianischen Vorschriften zu entsprechen und das Land als regionales Exportzentrum zu etablieren. Das Unternehmen bezieht laut dem Manager bereits Teile wie Reifen lokal und plant, auch Batterien in dem Werk in Camacari zu fertigen.

Die Fabrik ist Mitte vergangenen Jahres eingeweiht worden. Bereits in der Bauphase geriet das Projekt Ende 2024 wegen Vorwürfen von Arbeitsverstößen bis hin zum Verdacht auf Menschenhandel in die Schlagzeilen. Nach ersten Untersuchungen sprachen die brasilianischen Behörden von „sklavenartigen Bedingungen“ für 163 chinesische Arbeiter. Später wurden weitere 57 Arbeiter in einer ähnlich prekären Situation gefunden. Die brasilianische Arbeitsstaatsanwaltschaft reichte daraufhin Zivilklage gegen BYD wegen „internationalem Menschenhandel“ und „der Sklaverei vergleichbarer“ Arbeitsbedingungen beim Bau des Werks ein und forderte die Zahlung von Schadensersatz in Millionenhöhe. BYD machte einen Subunternehmer für die Situation verantwortlich.

Eine Untersuchung kam zu dem Schluss, dass das Unternehmen beim Bau der Fabrik Menschenrechte verletzt habe. Anfang April wurde BYD in eine „Schwarze Liste“ des Ministeriums für Arbeit und Beschäftigung aufgenommen, ein nationales Register von Arbeitgebern, denen Verstöße gegen das nationale Arbeitsrecht vorgeworfen werden. Der chinesische Autobauer erwirkte umgehend eine gerichtliche Verfügung, um von der Liste gestrichen zu werden. Brasiliens oberste Arbeitsinspektor kostete das Hin und Her den Job. Das wiederum bescherte der brasilianischen Regierung den Vorwurf, Bedenken hinsichtlich von Arbeitsrechtsverstößen durch BYD zu unterdrücken.

BYD 5,5 Milliarden Reais (928 Millionen Euro) in das Werk in Camaçari investiert und rechnet mit einer Produktion von rund 180.000 Fahrzeugen in diesem Jahr, so Baldy. Brasilien ist für den Konzern damit der größte Markt außerhalb Chinas. Der Juli war für BYD der bisher stärkste Verkaufsmonat in Brasilien. Der Autobauer setzte 23.465 Fahrzeuge ab – mehr als doppelt so viele wie im Juli des Vorjahres (9.680). Das meistverkaufte Auto in den ersten sechs Monaten des Jahres in Brasilien war nach Zahlen des nationalen Verbandes des Kfz-Handels Fenabrave (Federação Nacional da Distribuição de Veículos Automotores) mit Abstand das vollelektrische BYD-Modell Dolphon Mini vor dem Hyundai Creta und VW Tera. Auf Platz vier folgte schon der nun ausgelieferte neue Hybrid-Plug-In BYD Song.

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(akn)

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Quelle:

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