Laut einem NATO-Sprecher wurde die Drohne sichergestellt. Auch ein Sprecher des Bundesinnenministeriums bestätigte den Fund des Fluggeräts. Zunächst hatte die “Bild”-Zeitung über den Zwischenfall am Flughafen Leipzig/Halle im deutschen Bundesland Sachsen berichtet. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen war die Drohne kurz vor Mitternacht in der Nähe einer ukrainischen Antonow-Transportmaschine bemerkt worden.
Es habe sich um eine “Drohne mit einer unbekannten Sprengvorrichtung” gehandelt, teilte das sächsische Landeskriminalamt in Dresden inzwischen mit. Das Fluggerät sei nach dem Fund mit einem Sprengstoffroboter untersucht worden, der Zünder sei entfernt worden.
Der sächsische Innenminister Armin Schuster sprach von einem “sehr ernsten Sicherheitsvorfall”. “Deshalb ermitteln Landes- und Bundessicherheitsbehörden seit heute Nacht unter Hochdruck Hand in Hand”, erklärte er. Auch das gemeinsame Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen und die Drohnenabwehr der Bundespolizei seien involviert.
Flughafen stellte Betrieb ein
Der Flughafen stellte wegen des Vorfalls in der Nacht den Betrieb ein. Mehrere Maschinen wurden umgeleitet. Unter ihnen war ein Passagierflugzeug aus Palma de Mallorca, das zwischenzeitlich in Nürnberg landete, einige Stunden später aber nach Leipzig zurückkehrte.
Kollidierte Flugzeug mit einer Drohne?
In der Nähe des Flughafens kollidierte in der Nacht zudem eine Maschine mit einem bislang unbekannten Objekt. Das Flugzeug konnte wegen des Funds der Drohne auf dem Airport nicht dort landen und startete durch, wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin vor Journalisten sagte. Dann sei es “anscheinend mit etwas kollidiert” und habe anschließend in Hannover landen können.
Laut “Bild”-Zeitung handelte es sich um eine Frachtmaschine des Logistikriesen DHL. Das Flugzeug sei durch den Zusammenstoß im Frontbereich beschädigt worden. Das Objekt, mit dem es kollidierte, könnte demnach ebenfalls eine Drohne gewesen sein. Die Drohnenabwehr des Flughafens habe insgesamt zwei Drohnen detektiert. Dies hätten die beiden Piloten später ausgesagt. Leipzig/Halle ist ein wichtiges Drehkreuz für DHL.
Gewerkschaft der Polizei: “Alarmsysteme haben funktioniert”
Aus Sicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zeigen die Vorfälle am Leipziger Flughafen, dass die Bundespolizei gut gerüstet ist. “Die hochmoderne Ausrüstung zahlt sich aus, die Alarmsysteme haben gut funktioniert”, sagte der GdP-Chef für die Bundespolizei, Andreas Roßkopf, der “Rheinischen Post”.
“Die Bundespolizei ist an den deutschen Flughäfen mittlerweile gut dafür ausgestattet, um die Flugbewegungen von Drohnen zu beobachten und Gegenmaßnahmen einzuleiten”, fügte Roßkopf hinzu. Vollständig zu verhindern seien Attacken durch Drohnen aber nicht.
gri/se (dpa, rtr, afp, bild.de)
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Quelle:
www.dw.com




