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SportFIFA-Chef Infantino gibt umstrittene Investorenpläne auf

FIFA-Chef Infantino gibt umstrittene Investorenpläne auf

Stand: 01.08.2026 • 08:38 Uhr

Mit seinen Plänen, WM-Anteile an Investoren zu verkaufen, hatte FIFA-Chef Infantino Empörung ausgelöst. In der Nacht teilte der Fußball-Weltverband mit, das Vorhaben werde nicht weiterverfolgt. Auch innerhalb der FIFA hatte es Kritik gegeben.

Der Fußball-Weltverband FIFA gibt seine umstrittenen Investorenpläne auf. Der Vorschlag werde nicht weiter verfolgt, erklärte Verbandspräsident Gianni Infantino in einer in der Nacht veröffentlichten Stellungnahme. Zuvor hatte bereits die New York Post berichtet, dass der Plan gescheitert sei.

Infantino beugte sich damit dem massiven Widerstand, der in den vergangenen Tagen immer größer geworden war. “Nachdem wir uns alle Standpunkte aufmerksam angehört haben, ist deutlich geworden, dass das Projekt zu Spaltungen geführt hat, die – unabhängig vom Ausmaß der Unterstützung – nicht mehr im Interesse des ursprünglich angestrebten Ziels liegen”, begründete Infantino seine abrupte Kehrtwende.

Mitgliedsverbände sollten mit Millionen geködert werden

Am Dienstag (28.07.2026) hatte die FIFA mitgeteilt, dass sie eine Gesellschaft gründen wolle, die alle kommerziellen Aktivitäten und Turnierorganisationen des Weltverbandes bündeln soll. An dieser Gesellschaft namens FIFA Forward Enterprise (FFE) sollen dann Anteile an Investoren verkauft werden, um noch viele Milliarden Euro mehr als jetzt schon umzusetzen.

Infantino hatte den Mitgliedsverbänden eine Zustimmungsfrist bis zum 19. September gesetzt, die Verbände sollten mit hohen Summen und der Aussicht auf eine nochmals erweiterte WM geködert werden. Eine einfache Mehrheit hätte ausgereicht, um das Vorhaben umzusetzen.

Mögliche Investoren waren bereits genannt worden, etwa Thrive Capital, eine Investmentgesellschaft von Joshua Kushner – er ist der Bruder von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump. Die enge Beziehung zwischen Infantino und Trump hatte bereits in den vergangenen Monaten und auch während der kürzlich zuende gegangenen Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko immer wieder für Empörung und Kritik gesorgt.

UEFA drohte mit Boykott aller FIFA-Turniere

Am Donnerstag hatte dann zunächst die UEFA einen Boykott aller FIFA-Turniere angekündigt, sollte Infantino seinen Investorendeal durchdrücken. “Keine Nationalmannschaften aus der UEFA werden an irgendeinem FIFA-Wettbewerb teilnehmen, solange diese Vorschläge weiterbestehen”, teilte die UEFA nach einem Dringlichkeitstreffen mit.

Dieser Gegenwehr schlossen sich CONCACAF, der Verband für Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik, und die asiatische Fußball-Konföderation (AFC) an.

Wichtiger Berater von Infantino: “Schlechtes Geschäft”

Zudem bröckelte auch innerhalb der FIFA die Unterstützung für Infantino. FIFA-Betriebsdirektor Kevin Lamour warf Infantino vor, die Mitarbeiter hintergangen zu haben. Carlos Cordeiro, ein hochrangiger Berater des 56-Jährigen, trat aus Protest gegen das Vorhaben zurück. Dabei wählte er drastische Worte.

“Als leitender Berater des FIFA-Präsidenten, früherer Banker und lebenslanger Fußball-Fan kann ich nicht tatenlos zusehen, wie die FIFA den Verkauf einer Beteiligung an der Weltmeisterschaft in Erwägung zieht”, schrieb er auf der Plattform LinkedIn.

Der ehemalige Präsident des US-Verbandes, der seit 2021 für die FIFA arbeitet, schrieb zudem: “Es ist ein schlechtes Geschäft für die FIFA-Mitgliedsverbände, ein schlechtes Geschäft für den Fußball und ein schlechtes Geschäft für die langfristige Zukunft dieses Sports.” Dieses Geschäft wird es nun nicht geben.

AFC begrüßt Aus

Die AFC teilte nach dem Aus mit, dass sie die Rücknahme des Vorschlags “begrüße”. Jede Initiative, die Auswirkungen auf den weltweiten Fußball haben könnte, solle “rechtzeitig, transparent und konstruktiv den Konföderationen, dem FIFA-Rat, den Mitgliedsverbänden und anderen Interessengruppen vorgestellt und mit ihnen diskutiert werden”, hieß es in einem Statement.

“Das Projekt FIFA Forward Enterpreise sollte eine Grundlage dafür schaffen, unsere FIFA-Mitgliedsverbände und unseren Sport weltweit weiter zu stärken – insbesondere in jeden Ländern, in denen Unterstützung am stärksten benötigt wird. Zudem sollte dies – wie von Anfang an betont – nur unter der Voraussetzung geschehen, dass eine Mehrheit der FIFA-Mitgliedsverbände das Vorhaben unterstützt, und stets auf der Basis eines Konsultationsprozesses mit diesen Verbänden, dem FIFA-Rat, den Konförderationen sowie weiteren Interessenträgern. Nach sorgfältiger Abwägung aller Standpunkte ist deutlich geworden, dass das Projekt zu einer Spaltung geführt hat, die – ungeachtet des Ausmaßes der Unterstützung – nicht mehr im Sinne des ursprünglich verfolgten Ziels ist. Unser Ziel war und ist es stets, zu vereinen und Verbesserungen zu bewirken. Folglich wird dieser Vorschlag nicht weiterverfolgt. Für die Zukunft ist es meine Absicht, alle interessierten Parteien in den kommenden Tagen und Wochen wieder zusammenzubringen – geleitet von unserem gemeinsamen Interesse am Fußball und mit dem Ziel, den Fußball weiter voranzubringen, insbesondern in jeden Ländern, die unsere Unterstützung am meisten benötigen.”


Quelle:

www.sportschau.de