Nach Angaben aus Teheran haben sich Iran und Oman auf eine neue Route durch die Straße von Hormus geeinigt. Sie würde Iran deutlich mehr Kontrolle über die Wasserstraße geben. Die USA waren nicht an der Einigung beteiligt.
Iran und Oman haben sich nach Angaben aus Teheran auf eine neue Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus verständigt – die Meerenge liegt zwischen beiden Ländern. Beide Seiten hätten sich auf die “geografischen Koordinaten” für die Route durch die Meerenge geeinigt, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.
Eine gemeinsame Erklärung werde derzeit fertiggestellt, so Baghai – “wenn bestimmte dritte Parteien den Prozess nicht behindern”. Die USA waren nicht Teil der Einigung und haben bisher noch keine Stellung dazu genommen. Auch Oman hat sich noch nicht öffentlich dazu geäußert.
Irna zufolge sagte Baghai, diese Einigung bedeute nicht, dass die Meerenge für alle durchfahrenden Schiffe sicher geworden sei. “Die Faktoren, die die Straße von Hormus unsicher machen, bestehen seitens der Vereinigten Staaten nach wie vor”. Dies betreffe “insbesondere die Seeblockade und andere aggressive und bedrohliche Maßnahmen gegen Iran und seine Interessen”.
Mehr Kontrolle für Iran?
Iran hatte zuvor eine Art Rundkurs für den Weg durch die Straße von Hormus ins Spiel gebracht: Frachter könnten auf einer nördlichen Route durch iranische Hoheitsgewässer in die Straße von Hormus einfahren. Nachdem die Schiffe Häfen in Iran oder in arabischen Golfstaaten angelaufen haben, könnten sie für die Rückfahrt eine südliche Route durch omanische Hoheitsgewässer nutzen.
Das würde Iran Kontrolle über die Schiffe geben, die in die Wasserstraße einfahren – einer der Gründe, weshalb es laut New York Times Vorbehalte gegen diese Lösung im US-Verteidigungsministerium gibt.
Welche Teile des Vorschlags jetzt in der laut iranischen Angaben mit Oman geschlossenen Vereinbarung stehen, ist noch nicht bekannt. Auch, ob es vorgesehen ist, dass Iran und Oman Gebühren für die Durchfahrt erheben, ist nicht klar.
Massive Stärkung für Irans Regime
“Wenn dieses Modell tatsächlich durchgeht, dann würde das bedeuten, dass das iranische Regime massiv gestärkt wird”, so die Einschätzung von ARD-Korrespondentin Katharina Willinger. “Nicht nur finanziell, sondern auch für zukünftige Verhandlungen.”
Das sei wichtig, denn bei dem Abkommen, das sich jetzt abzeichne, gehe es “nicht um den großen Deal, der einen Krieg beenden könnte, wie US-Präsident Trump immer wieder sagt. Es geht nicht um das iranische Atomprogramm, nicht ums Raketenprogramm, sondern es geht allein um die Öffnung der Straße von Hormus.” Die war vor dem Krieg offen und könnte so “ganz offiziell unter die Kontrolle der Islamischen Revolutionsgarde fallen”, so Willinger in der tagesschau.
Trump: “Werde nicht zulassen, dass sie Gebühren erheben”
Die US-Regierung unter Donald Trump hatte zuvor jegliches Abkommen ausgeschlossen, das Iran die Kontrolle über die Meerenge einräumen würde. Trump hatte diese Position am Montag bekräftigt: “Ich werde nicht zulassen, dass sie Gebühren erheben. Wenn irgendjemand Gebühren erhebt, werden wir das tun.”
Die Straße von Hormus ist für den weltweiten Erdöl- und Erdgashandel von enormer Bedeutung. Bevor die USA und Israel den Krieg gegen Iran begonnen haben, war sie eine offene internationale Wasserstraße.
Quelle:
www.tagesschau.de



