Eine DVD-Box macht acht Spiel- und Dokumentarfilme des französischen Filmemachers Jean Eustache in Originalfassungen mit Untertiteln zugänglich, von seinem in den frühen 1960er-Jahren entstandenen Debütfilm über seinen Cannes-Erfolg „La Maman et la Putain“ aus den 1970er-Jahren bis hin zu seinem letzten Kurzfilm aus den frühen 1980er-Jahren.
Der 1938 geborene Jean Eustache war ein Außenseiter unter den französischen Filmemachern, der sich zwar im Umfeld der „Nouvelle Vague“ bewegte, dessen Arbeiten aber schon wegen ihres thematischen, autobiografisch geprägten Ansatzes Solitäre blieben. Als Arbeiterkind aus der Provinz, das sich zunächst zum Elektriker ausbilden ließ, geriet er in den 1950er-Jahren in den Bann des Kinos, kam über seine Frau, die als Sekretärin bei den „Cahiers du cinéma“ arbeitete, in Kontakt mit dem cinephilen Kreis, der in der Redaktion verkehrte, und wagte sich schließlich in den frühen 1960er-Jahren als Autodidakt selbst ans Filmemachen. Bis 1980 drehte er zwölf Spiel- und Dokumentarfilme, die ihm zwar zu Lebzeiten nur wenig Erfolg bescherten – 1973 gewann sein Film „La Maman et la Putain“ immerhin den Großen Preis der Jury in Cannes – und großteils mit wenig Geld unter schwierigen Bedingungen entstanden, ihm aber trotzdem zu bleibender Liebe und Anerkennung bei Cineasten verhalten. Filme, die „bar jeder vordergründigen Sozialkritik den Blick auf das Individuum und sein privates Universum richten, sie aus einer nüchternen Distanz erforschen“, wie Margarethe Wach in einem Porträt schrieb.
Das könnte Sie auch interessieren
Im Sommer 2026 lädt der Verleih Grandfilm nicht nur mit einer Retrospektive, die in verschiedenen Kinos zu sehen ist, zu einer Wiederentdeckung Jean Eustaches in Deutschland ein, sondern beim Label absolutMedien ist außerdem eine DVD-Box zu seinem Werk erschienen. Diese kann zwar nicht mit Bonusmaterial glänzen, hat aber das Verdienst, acht seiner Arbeiten in den französischen Originalfassungen mit zuschaltbaren deutschen Untertiteln fürs Heimkino zugänglich zu machen, anfangend bei seinem 1963 entstandenen Debütfilm „Du côté de Robinson“ über seinen Cannes-Erfolg „La Maman et la Putain“ bis hin zu seinem letzten, nur 18 Minuten langen Film „Les Photos d’Alix“, der Eustache 1982, wenige Monate nach seinem Suizid im Spätjahr 1981, postmortal einen „César“ als bester Kurzfilm einbrachte. Auf der Box enthalten sind außerdem die Filme „La Rosière de Pessac“, „Le Père Noël a les yeux bleus“, „Numéro zero“, „Mes petites amoureuses“ und „Une sale histoire“.
Quelle:
www.filmdienst.de



