Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hält den Vorfall mit einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle für einen Anschlag, der auf hochprofessionelle Täter zurückgeht. Dabei schließt er auch “fremde Mächte” als Drahtzieher nicht aus. Es handele sich um ein “hybrides Anschlagsszenario”, sagte Dobrindt am Mittwochabend in einer Pressekonferenz an dem Flughafen im deutschen Bundesland Sachsen. Solche hybriden Bedrohungslagen müssten sehr professionell vorbereitet und umgesetzt werden. Man brauche dafür ein hohes Maß an Technikerfahrung. Außerdem sei davon auszugehen, dass militärischer Sprengstoff verwendet worden sei.
Auf dem Airport Leipzig/Halle war am Mittwoch eine Drohne mit einer Sprengvorrichtung entdeckt worden. Spezialisten der Bundespolizei entschärften den Zünder. Die Drohne lag in der Nähe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124. Ermittler suchen zudem nach Teilen eines möglichen zweiten Flugobjekts, das mit einem Frachtflugzeug zusammengestoßen sein könnte.
Junge Rechtsextremisten in Hamburg zu Haftstrafen verurteilt
Im Prozess gegen sieben Mitglieder und einen Unterstützer der rechtsextremen Terrorgruppe “Letzte Verteidigungswelle” hat das Oberlandesgericht in Hamburg Haftstrafen zwischen eineinhalb und fünf Jahren verhängt. Die Angeklagten, die zur Tatzeit zwischen 14 und 21 Jahre alt waren, wurden unter anderem wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, versuchten Mordes, Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Die Urteile ergingen nach dem Jugendstrafrecht. Sie sind noch nicht rechtskräftig.
Nach Überzeugung des Gerichts verübte und plante die rechtsextreme Gruppe Brand- und Sprengstoffanschläge auf Asylbewerberheime und linke Einrichtungen. Außerdem sollen Mitglieder Jagd auf Menschen gemacht haben, die sie für Pädophile hielten. Ende Juni wurden in Thüringen zwei weitere Jugendliche als mutmaßliche Mitglieder der “Letzten Verteidigungswelle” verhaftet.
Linker Demokrat El-Sayed gewinnt Vorwahl in Michigan
Der linke Flügel der Demokraten in den USA hat bei der parteiinternen Vorwahl im Bundesstaat Michigan einen Sieg errungen. Der progressive Bewerber Abdul El-Sayed gewann die Abstimmung für die Kandidatur zum US-Senat in Washington gegen die moderate Demokratin Haley Stevens. Damit wird er im November bei den Zwischenwahlen, den Midterm Elections, gegen Mike Rogers von der Republikanischen Partei antreten.
Die Abstimmung galt als Richtungsentscheidung für den künftigen Kurs der Demokraten. Im Wahlkampf hatte El-Sayed unter anderem ein Ende der ”bedingungslosen” US-Militärhilfe für Israel gefordert.
Michigan ist ein wichtiger Swing State, also ein Bundesstaat, in dem die Wahlausgänge zwischen Demokraten und Republikanern oft knapp sind. Die Demokraten müssen den Sitz im November gewinnen, um im Kampf um die Mehrheit im Senat eine Chance zu haben.
Ärzte sprechen wegen Ebola von dramatischer Lage im Kongo
Rund zweieinhalb Monate nach Beginn des Ebola-Ausbruchs im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist die Situation nach Einschätzung der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen “kritischer denn je”. Das Virus verbreite sich in alarmierendem und beispiellosem Tempo, teilte die Organisation mit. Insgesamt sind inzwischen mehr als 3600 Infektionen im Labor bestätigt worden. Rund 1500 der Betroffenen starben. Es handelt sich inzwischen um den größten Ebola-Ausbruch, der jemals im Kongo registriert wurde.
Nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen ist dringend mehr Geld nötig, etwa um Kontakte zu überwachen und weitere humanitäre Hilfe im Land zu leisten. Die USA stellten für Soforthilfemaßnahmen mehr als 242 Millionen Dollar (umgerechnet rund 210 Millionen Euro) bereit. Das teilte das Außenministerium in Washington mit.
Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, reiste zum zweiten Mal seit Beginn des Ausbruchs in den Kongo. Er will mit Regierungsvertretern und Hilfsorganisationen darüber beraten, wie Ebola schneller eingedämmt werden kann.
Streit zwischen Argentinien und Brasilien eskaliert
Der diplomatische Eklat zwischen Brasilien und Argentinien hat sich weiter verschärft. Nach neuen verbalen Attacken des rechtsgerichteten argentinischen Präsidenten Javier Milei gegen seinen linken brasilianischen Amtskollegen Luiz Inácio Lula da Silva stufte Brasilien die diplomatischen Beziehungen zu Argentinien herab, wie offiziell mitgeteilt wurde.
Der Streit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften Südamerikas hatte vor eineinhalb Wochen begonnen, als Milei bei der Nominierung des rechtsgerichteten brasilianischen Präsidentschaftskandidaten Flávio Bolsonaro den aktuellen Amtsinhaber Lula da Silva als “Dieb” und “Häftling” bezeichnete. Zudem rief Milei dazu auf, dem “sozialistischen Abschaum” in Lateinamerika den Rücken zu kehren. Brasilien reagierte, indem es seinen Botschafter aus Buenos Aires abzog. Anstatt sich zu entschuldigen, legte Milei im argentinischen Fernsehen mit weiteren Beleidigungen nach.
Schrottteil von SpaceX-Rakete schlägt auf Mond ein
Ein vier Tonnen schweres Schrottteil einer SpaceX-Rakete ist auf dem Mond eingeschlagen. Die Europäische Südsternwarte (ESO) teilte mit, sie habe mit Hilfe ihres hochentwickelten Teleskops entsprechende “Spektrallinien” entdeckt. Der Aufprall habe sich genau so ereignet wie erwartet.
Eine SpaceX-Trägerrakete Falcon 9 hatte im Januar 2025 zwei Mondlandegeräte ins All befördert. Der Raketenantrieb landete auf der Erde, die oberste Raketenstufe blieb jedoch im All. Durch “eine Mischung aus Sonnenaktivität und Schwerkraft” kam das Raketenteil von seinem berechneten Kurs ab. Es steuere unbeabsichtigt auf den Mond zu, hatte die zuständige SpaceX-Direktorin Julianna Scheiman vor dem Aufprall erläutert.
Die US-Raumfahrtbehörde NASA will in Zukunft eine Weltraumbasis auf dem Mond errichten. Erkenntnisse über mögliche Kollisionen mit Weltraumschrott sind deshalb wichtig.
se/gri (dpa, afp, rtr, ap, epd, kna)
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Quelle:
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