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KulturFilm & Kunst„The Invite“: Olivia Wilde & das Imposter-Syndrom

„The Invite“: Olivia Wilde & das Imposter-Syndrom

Die US-Schauspielerin Olivia Wilde präsentiert mit dem komödiantischen Kammerspiel „The Invite“ bereits ihren dritten Spielfilm als Regisseurin. Dabei wusste sie zunächst nicht, ob sie der anspruchsvollen Realisierung gewachsen ist. Inzwischen aber gilt der glänzend besetzte Film sogar schon als „Oscar“-Aspirant.

 

 

Die US-amerikanisch-irische Schauspielerin Olivia Wilde wurde einem breiteren Publikum als unerschrockene Ärztin in der Erfolgsserie „Dr. House“ bekannt. Seitdem arbeitete sie mit namenhaften Filmemachern wie Ron Howard („Rush“), Spike Jonze („Her“) oder Clint Eastwood („Der Fall Richard Jewell“) zusammen.

Doch nicht nur vor der Kamera macht sie eine gute Figur; sie hat inzwischen auch schon mehrfach auf dem Regiestuhl Platz genommen. Mit „The Invite“ läuft jetzt ihr dritter Spielfilm nach „Booksmart“ (2019) und „Don’t Worry Darling“ (2022) in den deutschen Kinos.

Regie: Olivia Wilde (© Weltkino)

 

Swinger-Dinner mit Star-Besetzung

In dem auf dem spanischen Drama „Sentimental“ basierenden komödiantischen Kammerspiel mimt Wilde auch eine der vier Protagonisten. Die Beziehung eines Ehepaars scheint auf der Kippe zu stehen. Angela (Olivia Wilde) begrüßt ihren Ehemann Joe (Seth Rogen) nicht mal mehr, als er geplagt von Rückenschmerzen in die Haustür fällt. Mutmaßlich ohne sein Wissen hat Angela das frisch verbandelte Nachbarspaar (Penélope Cruz und Edward Norton) zu einem abendlichen Dinner eingeladen. Bei dem als entspannt geplanten Besuch kommen jedoch Beziehungskonflikte, tabuisierte Themen und Lebensängste zur Sprache.

Die umtriebigen, auf Pointen ausgerichteten Dialoggefechte sind gekonnt inszeniert: „Die Kamera gleitet durch das stilvoll eingerichtete Apartment, nutzt jede Ecke und jeden Winkel, um die gegensätzlichen Paare auch visuell zueinander in Kontrast zu setzen“, heißt es in der Filmkritik im Filmdienst.

 

Die richtige Wahl?

Olivia Wilde war jedoch gar nicht die erste Wahl für den Regieposten. In einem Interview verriet sie, dass sie zunächst nur für die Rolle als Angela vorgesehen war. Auf der Suche nach der richtigen Person, die das dialoglastige Drehbuch von Will McCormack und Rashida Jones entsprechend visualisiert, wurde sie schließlich selbst gefragt, ob sie das nicht übernehmen wolle. Trotz ihrer Erfahrungen hinter der Kamera überkam sie das „Imposter-Syndrom“, wie sie es nennt: die Angst, dem nicht gewachsen zu sein.

Olivia Wilde in "Her"
Olivia Wilde in “Her” (© Warner Bros)

 

Schließlich sagte sie doch zu und erfüllte sich mit der Realisierung einen Lebenstraum. Denn „The Invite“ wurde vollständig auf 35mm-Filmmaterial gedreht. Außerdem bevorzugt es Wilde, dass die Handlung in chronologischer Reihenfolge gefilmt wurde. So bekam sie ein ausreichendes Gefühl für die jeweilige Dynamik der Figuren und das ansteigende Tempo – getaktet etwa durch den Schnitt oder die einsetzende Musik.

In vielen Kritiken wird nicht nur die schauspielerische Leistung der Darsteller gelobt, sondern auch Wildes Inszenierung; sie empfehle sich für weitere Projekte in der Zukunft, heißt es. Schon wird spekuliert, ob es „The Invite“ auch auf die Nominierungslisten der wichtigsten Preisverleihungen schafft. Bis dahin dauert es aber noch eine Weile. Jetzt läuft der Film erstmal in den deutschen Kinos.


Quelle:

www.filmdienst.de