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SportTransfers, Attacke, FCB-Rückhalt: Eberl punktet als Mini-Hoeneß

Transfers, Attacke, FCB-Rückhalt: Eberl punktet als Mini-Hoeneß

Stand: 01.08.2026 • 14:11 Uhr

Die Rückendeckung beim FC Bayern München für den Sportvorstand Max Eberl ist in den vergangenen Monaten merklich gestiegen. Weil er nun mit einem klaren Plan auftritt – und mittlerweile ein wenig an den einstigen Förderer Uli Hoeneß erinnert.

Es ist noch gar nicht lange her, da war beim FC Bayern München die Meinung zum Sportvorstand Max Eberl äußerst gespalten. Kurz vorm DFB-Pokalfinale des FCB gegen Stuttgart meinte der frühere Manager und heutige Aufsichtsrat Uli Hoeneß: Die Chancen auf eine Verlängerung des im Sommer 2027 auslaufenden Eberl-Vertrags stünden gerade einmal “60:40”.

Wenig verwunderlich also, dass Hoeneß am Donnerstag am Rande des 15:0 der Münchner im Testspiel beim FC Rottach-Egern erneut zu Eberls Verlängerungs-Chancen befragt wurde. Verwunderlicher dagegen seine Antwort: “Im Moment glaube ich 100 Prozent”, sagte Hoeneß. Der gebürtige Niederbayer Eberl genießt inzwischen immensen Rückhalt. Doch wie kam es zu diesem schnellen Wandel?

Eberl wird zum Mini-Hoeneß – und erfreut seinen Vorgänger

Die kurze Antwort: Eberl hat sich angepasst, ist ein wenig zum Mini-Hoeneß geworden. Die längere: Er hat sehr viele Vorgaben seines berühmten wie mächtigen Vorgängers schulbuchmäßig erfüllt. Er hat im Stillen seine Arbeit gemacht – und so wird in München mittlerweile Kritisches von früher nicht mehr kritisch betrachtet. Stattdessen stehen die Erfolge im Vordergrund.

Da wären etwa die Transfers. Ein zentrales Credo des Managers Hoeneß war: Spielereinkäufe sollten vor dem Pflichtspielstart durch sein. Im besten Fall sollten die Spieler ihren Wechseln schon in der Vorsaison zustimmen, nichts ging über Planungssicherheit. Diese gestaltete sich im überhitzten Transfermarkt zuletzt schwierig, sowohl Eberl-Vorgänger Hasan Salihamidzic als auch Eberl mussten oft bis zum letzten Tag feilschen.

FC Bayern spart Gehaltskosten

Im Vorjahr wurde Nicolas Jackson vom FC Chelsea unter Grummeln von Hoeneß spät ausgeliehen, eine echte Spielerverpflichtung war nicht mehr möglich. Das war übrigens eine Forderung des Aufsichtsrates um Hoeneß, da Eberl ihm zu wenig Einnahmen generierte, zudem Gehaltskosten nicht spürbar senkte.

Das gelang jetzt auch damit, dass etwa Leon Goretzkas Vertrag nicht verlängert und Ersatztorwart Alexander Nübel verkauft wurde. “Wir hatten heute Morgen eine kleine Sitzung mit Herbert Hainer und ein paar Leuten von unserem Aufsichtsrat. Er hat berichtet, dass schon über 40 Millionen Euro eingenommen wurden”, lobte Hoeneß am Tegernsee.

Im Hoeneß-Stil: Eberl wird zum frühen Einkäufer

Weitere Verkäufe seien möglich, Joao Palhinha, Sacha Boey oder Bryan Zaragoza könnten den Klub verlassen. Aber “wenn man am Ende nichts findet, müssen wir die Spieler behalten”, meint Hoeneß – neue Töne beim einst kritischen Thema.

Zudem lobt der 74-Jährige die frühen Einkäufe der Münchner. Bereits während der Fußball-WM wurden die Transfers der dort auftrumpfenden Ismael Saibari und Nathaniel Brown bekanntgegeben. Die Planungen seien so gut wie abgeschlossen, sagten Eberl und Sportdirektor Christoph Freund jüngst. Ganz im Stile von Uli Hoeneß.

Eberls Abteilung Attacke gegen die FIFA sitzt

Der auch mitbekommen haben dürfte: Wie er in seinen besten Zeiten scheint Eberl ein Gespür dafür entwickelt zu haben, wann es Zeit ist, zur “Abteilung Attacke” zu greifen. Am Mittwoch äußerte der sich zu den FIFA-Plänen um einen Investoreneinstieg in markigen Worten, die man vom zuvor so diplomatischen Eberl so nicht gewohnt war: Er habe das Gefühl, die FIFA sei dafür da, “nur Profit zu machen. Mich ekelt das an”. Er finde diese Entwicklung “beschämend”, es fühle sich “echt beschissen” an.

Wie sehr diese Worte die öffentliche Meinung widerspiegelten, zeigte einerseits der Applaus der Fans, der ihm entgegenschlug. Und andererseits die Nacht auf Samstag, als FIFA-Präsident Gianni Infantino nach WM-Boykott-Androhungen aus Europa, Nordamerika und Asien seine Pläne zurückzog.

Eberl mit einer Bierruhe am Tegernsee

Neben der Attacke machte Eberl am Tegernsee deutlich, dass er die Entwicklungen um sich herum mit einer Bierruhe wahrnimmt. “Meine Aufgabe ist, den Job zu machen, den ich jetzt über zwei Jahre schon mache. Einen Kader zu bauen, der Erfolg bringen kann.” Er weiß, einen Großteil der Menschen, die den ansehnlichen Fußball zurück nach München gebracht haben, hat er verpflichtet: etwa Trainer Vincent Kompany, Michael Olise und Luis Diaz.

Das honoriert auch der Aufsichtsrat. So wirkt es, als sei der Bayer, mit dem einige in München eine Zeit lang fremdelten und der anfangs selbst von der Aufgabe beim großen FCB etwas überwältigt schien, nun vollends angekommen. Hoeneß hat sich übrigens für die Aussage vorm Pokalfinale bei ihm entschuldigt.

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Quelle: BR24 TV 29.07.2026 – 16:30 Uhr


Quelle:

www.sportschau.de