Laut dem US-Nachrichtenportal “Axios” stehen die USA, Iran und Oman kurz vor einer Übergangslösung zur Öffnung der Straße von Hormus. Washington strebe bereits für diesen Mittwoch eine Einigung an, berichtet die Website unter Berufung auf einen US-Regierungsbeamten sowie zwei Quellen aus der Golfregion.
US-Präsident Donald Trump sagte vor Reportern, auf den Medienbericht hin angesprochen, es könnte passieren, dass die Meerenge bereits am Mittwoch oder Donnerstag geöffnet werde. Er sprach von Fortschritten bei den Verhandlungen. Dem Sender Fox News sagte der Republikaner in einem Interview außerdem, man führe “sehr gute” Gespräche. Zugleich droht er erneut, die USA würden Iran “wirklich hart” treffen, sollte keine Einigung erzielt werden.
Angeblich mehr Kontrolle für Iran
“Axios” schreibt weiter, die Übergangslösung erfülle einige der Forderungen Irans und gebe dem Land mehr Kontrolle über die strategisch wichtige Meerenge, als es vor dem Krieg hatte. Vom Weißen Haus oder anderen US-Behörden gab es zunächst keine Stellungnahme.
Bereits am Dienstag hatten alle Zeichen darauf hingedeutet, dass in Kürze eine Einigung verkündet werden könnte. Entsprechend äußerten sich etwa US-Finanzminister Scott Bessent und ein Sprecher des Außenministeriums von Katar. Angesprochen auf eine mögliche Gebührenerhebung, sagte Bessent, er gehe von einer freien Durchfahrt aus.
Schiffsverkehr weiter stark beeinträchtigt
Die anhaltenden Spannungen in der Region setzen den Schiffsverkehr im Nahen Osten weiter unter Druck. In der vergangenen Woche durchfuhren täglich im Schnitt etwa 16 Schiffe die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Vor den von Israel und den USA gestarteten Luftangriffen auf Iran Ende Februar waren es Branchendiensten zufolge täglich zwischen 60 und 140.
Durch Drohungen und Angriffe der mit Iran verbündeten Huthi-Miliz im Jemen gegenüber Saudi-Arabien ist zudem die Schifffahrt durch den Seeweg Bab al-Mandab am Ausgang des Roten Meers beeinträchtigt. Die schiitische Miliz will damit unter anderem Exporte aus Saudi-Arabien verhindern, das im Krieg zwischen den USA und Iran auf der Seite Washingtons steht.
Frachter nach Beschuss im Roten Meer gesunken
Am Dienstag sank vor der jemenitischen Küste ein unter indischer Flagge fahrendes Handelsschiff nach einem Angriff. Die Küstenwache habe alle Besatzungsmitglieder der “Faize Noore Oliya” – darunter 13 indische Staatsangehörige und ein Bürger aus dem Jemen – gerettet, teilte ein Beamter aus der jemenitischen Stadt Mokka mit.
Seinen Angaben zufolge war das Schiff im Roten Meer südlich der von den Huthis kontrollierten Hafenstadt Hodeida attackiert worden. Die international anerkannte Regierung des Jemen machte die Miliz für den Angriff verantwortlich, wie die amtliche Nachrichtenagentur Saba berichtete.
Inzwischen wollen die Huthis auch einen weiteren saudischen Tanker angegriffen haben. Kämpfer hätten den 180 Meter langen Öltanker “NCC Wafa” in der Nähe von Janbu im Roten Meer mit Raketen attackiert, teilte ein Sprecher mit. Von Saudi-Arabien gab es zunächst keine Bestätigung oder Reaktion.
gri/se (dpa, afp, rtr)
Quelle:
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