Deutsche Handelskammer warnt vor einer generellen Strafzoll-Strategie gegenüber China. In einer Stellungnahme forderte die Deutsche Handelskammer, das Land als Wirtschaftspartner zu behandeln und vorschnelle, pauschale Maßnahmen zu vermeiden. Gleichzeitig bereiten sich viele Unternehmen auf mögliche Reaktionen vor: Rund 80 Prozent der befragten Firmen rechnen damit, dass eine Eskalation direkte Auswirkungen auf ihr Geschäft hätte. Die Einordnung erfolgte in Vorfeld der Reise des EU-Kommissars Šefčovič nach Peking.
Hintergrund ist die angespannte Debatte innerhalb der EU über Instrumente zur Absicherung strategischer Industrien. Die Handelskammer betont, dass breit angelegte Zölle problematische Nebenwirkungen zeitigen könnten – etwa höhere Produktionskosten, längere Lieferzeiten und Unsicherheiten bei Investitionsentscheidungen. Branchen mit eng verflochtenen globalen Lieferketten wären besonders anfällig, heißt es in den Ausführungen der Kammer.
Die Meldung, dass sieben von zehn bis acht von zehn Unternehmen Folgen erwarten, unterstreicht die Verunsicherung in der Wirtschaft. Firmen berichten demnach von zunehmenden Planungsrisiken: Kurzfristige Handelshemmnisse erschweren Beschaffungsstrategien ebenso wie Absatzprognosen. Die Handelskammer spricht sich deshalb für differenzierte, zielgerichtete Maßnahmen aus, die sektorale Unterschiede und Abhängigkeiten berücksichtigen, anstatt einheitliche Strafzölle zu verhängen.
Mit Blick auf die anstehende Reise von Šefčovič nach Peking steht nun die Frage im Raum, wie die EU politisch reagieren will, ohne die wirtschaftlichen Beziehungen unnötig zu belasten. Die Handelskammer plädiert für Dialog und Risikoabschätzung, während Unternehmen die Entwicklungen genau beobachten. Für viele Betriebe hängt nun von den politischen Entscheidungen ab, ob sich kurzfristige Störfaktoren zu nachhaltigen Belastungen auswachsen.




