Neue Ermittlungen an der Cornell University sind eingeleitet worden, nachdem Vorwürfe einer Gruppenvergewaltigung auf dem Campus zu öffentlicher Kritik am Handeln der örtlichen Polizei führten. Die Leitung des Bundesstaates New York sieht nach Angaben der Regierung «ernsthafte Fragen» zum Vorgehen der Behörden und hat daher eine Sonderermittlerin bestellt, die den Ablauf und die Reaktionen prüfen soll.
Die Bestellung der Gouverneurin von New York zielt darauf ab, die Abläufe zwischen Universität, Polizei und weiteren betroffenen Stellen transparent zu untersuchen. Im Mittelpunkt stehen Sorgfaltspflichten gegenüber mutmaßlichen Opfern, die Kommunikation der Behörden und mögliche Verfahrensfehler bei der Aufnahme und Bearbeitung der Vorwürfe. Die Ermittlerin soll klären, welche Maßnahmen ergriffen wurden und ob diese den geltenden Richtlinien entsprachen.
Die Entscheidung folgt auf anhaltende öffentliche Debatten über Sicherheit auf Campusgeländen und die Zuständigkeiten zwischen Hochschulen und lokalen Strafverfolgungsbehörden. Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Hochschulen und Opferschutzorganisationen hatten das Vorgehen der Polizei kritisiert und mehr Aufklärung gefordert. Die Ernennung der Sonderermmittlerin ist ein administratives Mittel, um unabhängige Prüfungen vorzunehmen, ohne laufende strafrechtliche Ermittlungen zu ersetzen.
Konkrete Ergebnisse der Sonderuntersuchung liegen bislang nicht vor. Betroffene Studierende, Universitätsleitungen und Strafverfolgungsbehörden werden voraussichtlich zu weiteren Gesprächen und Anhörungen eingeladen werden, sobald der Prüfauftrag festgelegt ist. Ob sich aus der Untersuchung Empfehlungen für veränderte Verfahren oder politische Maßnahmen ergeben, wird sich erst zeigen, wenn die Ermittlungen abgeschlossen und die Befunde veröffentlicht sind.




