Dürfen unverheiratete Männer und Frauen gemeinsam allein in einer Wohnung sein? Das Khulwa-Gesetz in Saudi-Arabien verstehen
Wenn unverheiratete Männer und Frauen in Saudi-Arabien allein und privat zusammen angetroffen werden, können Ermittlungen gegen sie eingeleitet werden und je nach den Umständen und Beweisen mit einer polizeilichen Befragung, einer kurzen Inhaftierung, Strafanzeigen, Geldstrafen oder einer Abschiebung für Ausländer rechnen. Die Durchsetzung variiert je nach Fall, Ort und Vorhandensein erschwerender Beweise (explizite Bilder, Drogen, Beschwerden), aber das Risiko ist so real, dass Menschen nicht davon ausgehen sollten, dass informelle Toleranz gleichbedeutend mit rechtlicher Sicherheit ist.
Khulwa-Gesetz verstehen
In vielen Ländern des Golf-Kooperationsrates (GCC), insbesondere in Saudi-Arabien, verbieten Gesetze, die aus der islamischen Scharia abgeleitet sind, Khulwa, was sich auf die rechtswidrige Abgeschiedenheit eines nicht verwandten Mannes und einer nicht verwandten Frau an einem privaten Ort ohne rechtmäßige Aufsichtsperson (Mahram) bezieht. Während massive Sozialreformen in letzter Zeit die Beschränkungen der Geschlechtermischung im öffentlichen Raum gelockert haben, bleiben die Gesetze zum privaten Verhalten, insbesondere in Wohnheimen, in Kraft und werden systematisch kriminalisiert. Saudische Rechtsexperten stellen klar, dass ein geselliges Beisammensein junger Männer und Frauen in einer Wohnung, oft als „Soirée“ bezeichnet, sowohl aus religiösen Gründen verboten als auch im Rechtssystem eine Straftat darstellt.
Wenn einfaches Khulwa zu einem schweren Verbrechen wird
Auch wenn die Khulwa-Aktion selbst möglicherweise nicht sofort zu einer Gefängnisstrafe führt, führt die Realität der Strafverfolgung dazu, dass die Behörden nach Beweisen für größere moralische oder kriminelle Korruption suchen. Die Strafen verschärfen sich dramatisch, wenn bei den Ermittlungen oder der Suche am Tatort weitere illegale Aktivitäten entdeckt werden.Der entscheidende Wendepunkt, der die strafbare Handlung in ein schweres Verbrechen verwandelt, ist die Entdeckung von:
Wenn solche illegalen Inhalte entdeckt werden, wird die Straftat als schweres Verbrechen eingestuft, das eine obligatorische Inhaftierung (mujibah li-al-tawqif) erfordert. In diesem verschärften Szenario werden Personen, bei denen illegale Inhalte gefunden werden, bis zur Verhandlung in Haft gehalten, während andere Mitglieder der Gruppe, die solche Inhalte nicht besitzen, möglicherweise dennoch gegen Kaution freigelassen werden.
Erste Strafen
Obwohl die Tat des Khulwa als Straftat eingestuft wird, zieht sie nicht automatisch die härtesten Strafen nach sich. Dies ist eine entscheidende Unterscheidung, die von saudischen Rechtsanalysten klargestellt wurde.
Der Sturz der Khulwa-Durchsetzung
Um das aktuelle Recht zu verstehen, ist es wichtig, die dramatischen Veränderungen bei der Durchsetzung im letzten Jahrzehnt zu erkennen. Historisch gesehen wurde das Gesetz gegen Khulwa vom Komitee zur Förderung der Tugend und zur Verhütung von Lastern (CPVPV), allgemein bekannt als Religionspolizei oder Mutaween, öffentlich durchgesetzt.
Diese Reformen stellten klar, dass das religiöse Verbot der Khulwa zwar Teil des kulturellen und rechtlichen Hintergrunds bleibt, die Regierung jedoch die aggressive Überwachung der Geschlechtermischung in der Öffentlichkeit entschieden gestoppt hat.
Ist das Zusammenleben legal?
Die einfache Antwort lautet: Für saudische Staatsbürger und im Ausland ansässige Personen ist es illegal, wenn nicht miteinander verwandte, unverheiratete Männer und Frauen regelmäßig in einer Wohnung oder Wohngemeinschaft zusammenleben.
Das Zusammenleben ist für unverheiratete Bewohner und Bürger nicht legal; Es ist eine ernsthafte Form von Khulwa. Der Hauptunterschied im aktuellen saudischen Recht besteht zwischen der öffentlich erlaubten Vermischung (die jetzt optional/erlaubt ist) und dem privat verbotenen Zusammenleben/Abgeschiedenheit (das immer noch kriminalisiert wird).


