Experten-Tipps: Wie geht Sex bei einer Erkältung?
Tee, Wasser, Hustensaft, Nasenspray, Schokocookies und Hühnersuppe mit Eistich – das ist alles, was Sie in mich reinbekommen, wenn ich krank bin. Anders als meine Freundin Marianne (das e ist stumm, Marianne ist Französin). Die schwört auf Erkältungs-Sex. „Das fühlt sich an, als wäre ich high“, so Marianne, den französischen Akzent müssen Sie sich bitte dazu denken. „Vor allem, wenn ich Fieber habe und eh ein bisschen neben der Spur bin, ist es geil. Außerdem komme ich dann ins Schwitzen, und das soll man doch, wenn man krank ist, nicht wahr?“
Mon dieu, Marianne. Wie ich sehe, wird es Zeit für einen Guide zum Thema: „How to … Sex mit Rotznase.“ Was ist erlaubt, was eher doof, und wenn ja – wie nur? Ich bin natürlich keine Ärztin, dafür aber eine aktuell schwer erkältete Sexpertin. Das muss als Qualifikation ausreichen. Alle medizinischen Fachfragen stellen Sie bitte Ihrem Hausarzt.
Ist Sex bei einer Erkältung per se schlecht?
Sowohl Erkältungen als auch Grippe werden durch Viren verursacht und sind ansteckend. Weshalb sexuelle Aktivitäten in dieser Zeit nicht unbedingt ratsam sind. Denn diese erhöhen im Krankheitsfall das Risiko einer Ansteckung durch engen Körperkontakt und den Austausch von Körperflüssigkeiten.
Aber abwarten, bis alles auskuriert ist? Darauf hat nicht jeder Lust. In diesem Fall sollten Sie unbedingt klären, an was Sie oder Ihr Partner leiden. Ist es eine Mini-Erkältung mit Halsschmerzen und etwas Husten? Dann ist so ein kleiner verschnupfter Quickie durchaus zu vertreten. Eine Ansteckung mit Grippe jedoch kann Komplikationen wie Bronchitis oder sogar eine Lungenentzündung nach sich ziehen. Das sollten Sie weder sich selbst noch Ihrem Menschen zumuten und Abstinenz üben.
Generell gilt: Ansteckend ist man bei einer Erkältung in der Regel meist etwa eine Woche lang, bei Grippe vier bis bis zu sieben Tage nach Symptombeginn. Setzen Sie in diesen Tagen auf Solo-Spaß.
Wie ist das jetzt mit dem Fieber?
Warum Marianne so auf Schnackseln bei erhöhter Körpertemperatur steht? Es sei die Dizzyness, wie sie sagt, dieses leichte Schwindelgefühl, dazu die Hitze. Macht gefühlt Sinn, in der Praxis sollten Sie meiner Freundin aber nicht nacheifern. Denn: Fieber bedeutet, dass der Körper gerade intensiv gegen eine Infektion arbeitet. In dieser Phase sind wir oft besonders ansteckend, siehe oben. Gleichzeitig läuft der Kreislauf auf Hochtouren, Puls, Stoffwechsel und Körpertemperatur sind erhöht. Und jetzt kommt da auch noch dieser Sex um die Ecke, eine körperliche Aktivität, die unseren eh schon geschundenen Körper zusätzlich belastet – was zu stärkerer Erschöpfung, Schwindel oder einer verzögerten Erholung führen kann.
Gefährlich ist Sex bei leichtem Fieber für ansonsten gesunde Menschen zwar in der Regel nicht, sinnvoll ist er aber ebenfalls nicht. Vor allem bei höherem Fieber oder ausgeprägtem Krankheitsgefühl sollten Sie sich Ruhe gönnen. Die vernünftige Empfehlung lautet daher, mindestens 24 Stunden fieberfrei zu sein, bevor Sie wieder intim werden.
Ist Küssen auch tabu?
Küsse sind das perfekte Vorspiel, leider aber auch eine der effizientesten Methoden, sich anzustecken. Erkältungen werden durch Viren verursacht, die vor allem über Tröpfchen und engen Kontakt übertragen werden, und beim Knutschen werden Speichel und Atemluft direkt ausgetauscht. Blöd. Sollten Sie allerdings Kuss-Muffel sein, ist das jetzt Ihre Zeit.
Quelle:
www.gq-magazin.de



