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SportParis St. Germain führt den FC Liverpool nach Strich und Faden vor

Paris St. Germain führt den FC Liverpool nach Strich und Faden vor

Stand: 08.04.2026 • 23:45 Uhr

Topspiel im Viertelfinale der Champions League? Von wegen! Zumindest das Hinspiel zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Liverpool verkam zu einer ganz eindeutigen Angelegenheit. Mit der 0:2 (0:1)-Pleite nach den Toren von Désiré Doué (11. Minute) und Khvicha Kvaratskhelia (65.) war der englische Meister noch bestens bedient.

Sebastian Hochrainer

“Wir hatten die Chancen, um noch mehr Tore zu erzielen und wir hätten auch eigentlich noch mehr Tore schießen müssen. Aber ich denke, es ist eine gute Ausgangslage und wir haben ein gutes Spiel gezeigt”, sagte Kvaratskhelia, der von der UEFA zum “Man of the match” gewählt wurde: “Wir spielen jetzt in Liverpool in Anfield in einer unglaublichen Atmosphäre – aber wir sind bereit dafür.”

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“Es war hart. Wir haben versucht, alles zu verteidigen, aber es hat nicht geklappt. Das Gute ist, dass wir noch ein Spiel haben”, sagte Liverpools Abwehrchef Virgil van Dijk. Und “Reds”-Coach Arne Slot gab zu: “Wir hatten Glück, dass wir nicht noch mehr Gegentore kassiert haben und unser Torwart einen richtig guten Tag hatte.”

Doué im Glück, dann glänzen die Torhüter

Die ersten 45 Minuten waren eine Demonstration der großen Stärke von PSG – und ein weiterer Beweis dafür, dass Liverpool in dieser Saison nicht auf dem allerhöchsten Niveau mithalten kann. Von der ersten Minute an ließen die Gastgeber den Ball zirkulieren, die “Reds” hatten kein Mittel gegen diese Dominanz und Ballsicherheit. Und so gelang Doué schon in der elften Minute das 1:0, der Außenstürmer profitierte davon, dass Ryan Gravenberch seinen Schuss unhaltbar abfälschte.

Im Anschluss hatte Liverpool seine beste Phase, das Slot-Team setzte vor allem auf Standardsituationen und wäre dort beinahe erfolgreich gewesen. Nach einer Eckballvariante flankte Dominik Szoboszlai in die Richtung von drei Teamkollegen, die alleine vor dem Tor waren, PSG-Keeper Matvey Safonov hechtete aber aus seinem Kasten und schlug den Ball noch vor van Dijk und Co. weg (20.).

Nach dieser kurzen Phase des englischen Offensivdrangs ließ Paris wieder die fußballerischen Muskeln spielen – und Liverpool hatte das Glück, mit Giorgi Mamardashvili einen guten Keeper zu haben. Der Georgier wehrte erst einen Schuss seines Landsmanns Kvaratskhelia nach einem Ballverlust von Florian Wirtz ab (32.), dann rettete er im Eins-gegen-eins gegen Doué (37.), kurz danach traf Kvaratskhelia das Außennetz (38.).

Pure Pariser Dominanz, aber auch Chancenwucher

In der 42. Minute vergab Ousmane Dembélé die nächste Großchance, der fantastische Angriff war eine Kopie von so vielen anderen Momenten, in denen sich PSG über das gesamte Feld kombinierte und Liverpool überfordert hinterherrannte. Mit 70 Prozent Ballbesitz und 8:0 Schüssen pro Paris ging es in die Pause. Und das Ergebnis von 0:1 war noch das Beste am bisherigen Abend für die “Reds”.

Paris’ Ousmane Dembele (v.) entkommt Liverpools Dominik Szoboszlai (r.)

Die mussten natürlich etwas ändern und zeigten sich ein wenig in der Offensive, in der 49. Minute gab Hugo Ekitiké immerhin den ersten Torschuss ab – wobei der nicht wirklich gefährlich war. Deutlich gefährlicher war dagegen die nächste Möglichkeit für Dembélé, doch auch diese Chance ließ PSG fahrlässig liegen, aus elf Metern schoss der Weltfußballer des vergangenen Jahres deutlich drüber (53.).

Kvaratskhelia beendet das Warten auf das 2:0

Es folgte wieder eine Phase mit schier unendlich langen Passstafetten der Pariser – und irgendwann ergab sich dann das Loch, das die Gastgeber zum sowas von überfälligen zweiten Tor nutzten. Der überragende Mittelfeldmotor Joao Neves spielte einen fantastischen Pass durch die gesamte Liverpool-Defensive auf Kvaratskhelia, der diesmal Mamardashvili umkurvte und einnetzte (65.).

PSGs Khvicha Kvaratskhelia (l.) bejubelt seinen Treffer zum 2:0 gegen den FC Liverpool

Kurz danach kombinierte sich Paris wieder spielend leicht durch die gegnerische Abwehr, Warren Zaire-Emery tauchte frei vor dem Tor auf, aber Ibrahima Konaté grätschte ihm im letzten Moment den Ball vom Fuß – laut Schiedsrichter José Sanchez Martinez allerdings regelwidrig, er pfiff Elfmeter (70.). Jedoch wurde der Spanier vom Videoassistenten angewiesen, sich die Szene ein weiteres Mal anzusehen, auf den Bildern war deutlich zu erkennen, dass es kein Foul war, der Strafstoß wurde zurückgenommen.

Slot lässt Salah auf der Bank sitzen

Slot versuchte in der 78. Minute, dem Spiel mit einem Vierfachwechsel eine Wendung zu geben – besonders interessant an dieser Maßnahme war, dass er weiterhin auf Mohamed Salah verzichtete, der nur auf der Bank saß. Dort sah der Ägypter, der die “Reds” nach neun überaus erfolgreichen Jahren im Sommer verlassen wird, wie PSG dominant blieb, Marmadashvili bewahrte Liverpool mit einer weiteren Parade gegen Achraf Hakimi vor dem nächsten Gegentreffer (82.).

Den ersparte Paris dem überforderten Premier-League-Fünften, so geht der Champions-League-Titelverteidiger lediglich mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in das Rückspiel in Liverpool (der Sieger trifft im Halbfinale auf den FC Bayern München oder Real Madrid) nächste Woche Dienstag (21 Uhr) – dabei waren die Kräfteverhältnisse in der Partie noch deutlich einseitiger. Dass sich das Ergebnis dem nicht noch etwas mehr annäherte, verhinderte unter anderem ein Pfostenschuss von Dembélé kurz vor Schluss (87.).


Quelle:

www.sportschau.de