Werden die Haare grau, schleichen sich Runzeln ins Gesicht und wachsen Pölsterchen an den verkehrten Stellen, denkt so mancher Mensch darüber nach, wie er seine Lebensuhr um einige Jahre zurückdrehen könnte. Die Kosmetikindustrie weiß da teuren Rat und empfiehlt Cremes, Tabletten und Kapseln, Pülverchen, Salben und Nahrungszusatzstoffe, Kuren, Bäder und noch vieles mehr. Bedauerlicherweise ist der Erfolg immer recht mager, und die Zeiger der Uhr scheinen danach umso schneller im Kreis zu rennen.
Zu einem ganz anderen Mittel griff vor vielen Jahren der Philosoph, Mediziner, Jurist und Theologe Dr. Heinrich Faust. Er schloss einen Pakt mit einem Teufel namens Mephistopheles, der ihm versprach, ihn um drei Jahrzehnte zu verjüngen. Mephistopheles führte Faust in eine Hexenküche, wo ein großer Kessel über einem Feuer hing, aus dem Dampf in allen Regenbogenfarben stieg. Eine Meerkatze rührte mit einem großen Holzlöffel in dem Gebräu, und ein Meerkater mit den Jungen saß daneben und wärmte sich die Pfoten. „Wo ist die Herrin dieses Hauses?“, fragte Mephistopheles. Doch bevor die Tiere antworten konnten, rauschte es im Schornstein, und eine Hexe kam heraus. „Wer seid ihr? Was wollt ihr?“, fragte sie unfreundlich. Mephistopheles war empört. „Erkennst du nicht deinen Herrn und Meister?“ Dann nahm er sie zur Seite und erklärte ihr seinen Wunsch. Die Hexe sah Faust böse an, doch schließlich holte sie widerstrebend ein altes, in Leder gebundenes Buch. Sie blätterte eine Weile darin herum, bis sie die richtige Seite gefunden hatte und deklamierte dann mit lauter Stimme: „Du musst verstehn! Aus Eins mach Zehn, und Zwei lass gehn, und Drei mach gleich, so bist du reich. Verlier die Vier! Aus Fünf und Sechs, so sagt die Hex, mach Sieben und Acht, so ist’s vollbracht: Und Neun ist Eins, und Zehn ist keins. Das ist das Hexeneinmaleins!“ „Mich dünkt, die Alte spricht im Fieber“, raunte Faust Mephistopheles zu. „Keineswegs, teurer Freund“, erwiderte Mephistopheles. „Sie schafft dir dreißig Jahre vom Leib.“ „Wie soll das gehen?“, fragte Faust. „Ich werde es dir erklären“, sagte Mephistopheles.
© Illustration: Ricardo Rio Ribeiro Martins
„Der Grundriss dieser Hexenküche ist ein regelmäßiges Neuneck von zwei Klaftern Seitenlänge. Über jeder Ecke steht an der Wand eine Zahl von 1 bis 9. Genau unter dem Leuchter ist auf dem Boden ein Drudenfuß zu sehen, neben dem eine 10 zu lesen ist.“ Faust sah sich um und nickte. „Du hast recht. Doch was hilft es mir?“ „Das Hexeneinmaleins sagt dir, dass du von der Ecke 1 aus zwei Klafter weit bis zum Drudenfuß 10 gehen sollst. Die Ecke 2 sollst du auslassen und ebenso die Ecke 3. Gingest du über den Drudenfuß hinaus geradeaus weiter, erreichtest du die Ecke 4. Aber das sollst du nicht machen, sondern stattdessen deine Richtung am Drudenfuß um einen bestimmten Winkel ändern und auf die Ecke 5 zugehen. Von dort aus gehst du weiter nacheinander zu den Ecken 6, 7, 8, 9 und 1, aber nicht mehr bis zum Drudenfuß 10. An der Ecke 1 nimmst du dann den Zaubertrank, den dir die Alte reicht.“
Heinrich Fausts weitere Geschichte, die bekanntlich kein gutes Ende nahm, ist schon oft erzählt worden. Wir wollen von Ihnen nur wissen, wie groß der rot markierte Winkel ist, um den er seine Richtung am Drudenfuß ändern musste.
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Quelle:
www.wissenschaft.de



