Regenwürmer sind offenbar nicht nackt, sondern besitzen Chitinborsten, mit denen sie sich in ihren Gängen fortbewegen können. Zu sehen ist das platte Hinterende des Tieres.© Science Photo Library / eye of science

MAKROFAUNA: Etwas irreführend ist der Name der Hundertfüßer (Chilopoda), haben sie doch gar nicht immer 100 Beinpaare, es können auch deutlich mehr oder weniger sein. Der mitteleuropäische Hundertfüßer (im Bild) überschreitet mit seiner Körperlänge nicht die 10-Zentimeter-Grenze, wenngleich es woanders deutlich größere Exemplare dieser Klasse der Tausendfüßer gibt.Das erste Beinpaar der Gliedertiere hat sich zu sogenannten Kieferfüßen entwickelt: mächtige Giftklauen, mit denen sie ihre Beute lähmen. Opfer werden alle, die der Hundertfüßer zu überwältigen fähig ist. Dazu gehören Spinnen, kleine Schnecken, Insekten und ihre Larven, Springschwänze und sogar deutlich größere Regenwürmer. Erst mal gelähmt, kann der Hundertfüßer seine Beute mit den Mundwerkzeugen in Ruhe zerlegen, mit Verdauungssaft anreichern und fressen.Die Giftklauen dienen dem Hundertfüßer auch zur Verteidigung etwa vor Vögeln und Fröschen. Außerdem verderben sie ihren Fressfeinden mit einem übel stinkenden Abwehrsekret gründlich den Appetit.© Science Photo Library / eye of science

MESOFAUNA: Ihre acht Beine verraten die Verwandtschaft — Milben (Acari) sind mit rund 50.000 Arten die artenreichste Gruppe der Spinnentiere. Sie besiedeln alle möglichen Lebensräume. Unsereins kennt sie als Hausstaubmilben im Bett, etwa die Hälfte aller bekannten Arten lebt allerdings im Boden. Dort machen sich die meist blinden Tiere auf die Suche nach ihren Leibspeisen wie abgefallenen Blättern, Pilzsporen und Bakterien. Etliche Arten verzehren sogar Holz und tragen damit erheblich zur Humusbildung bei.Hornmilben (im Bild ein Exemplar der Gattung Phthiracarus) haben im Vergleich zu einigen anderen Zersetzern eine Stärke: Geschützt durch ihren Chitinpanzer können sie auch in sauren Waldböden bei niedrigen pH-Werten aktiv sein. Bei Gefahr durch Fressfeinde nutzt der kugelförmige Panzer als Versteck. Und womöglich verteidigt sich die Hornmilbe mittels der stacheligen Haare darauf etwa gegen kleinere Fressfeinde aus ihren eigenen Reihen: Raubmilben.© Science Photo Library / eye of science

MIKROFAUNA: Amöben sind einzellige Lebewesen ohne feste Körperform. Sie bilden sogenannte Scheinfüßchen aus. Damit bewegen sie sich einerseits fort und verschlingen andererseits ihre Nahrung. Dazu umfließen sie etwa Bakterien und schließen sie in eine Verdauungsblase (Vakuole) im Zellinneren ein.Amöben ändern immer wieder ihre Gestalt, weshalb sie auch Wechseltierchen genannt werden. Die Körperoberfläche von Korotnevella (im Bild) ist übersät mit kleinen Schuppen, die als Netzmuster erscheinen.© Science Photo Library / eye of science

MIKROFLORA: Sie sind weder Tiere noch Pflanzen — Pilze (Fungi) bilden ein eigenes Reich. Im Alltag nehmen wir hauptsächlich ihre Fruchtkörper wahr, einige lassen sich zu einer Mahlzeit zubereiten. Ihre wahre Größe kommt jedoch erst mit Blick in den Boden zum Vorschein: Unterirdisch erstreckt sich das sogenannte Pilzmyzel über weite Flächen. Den Rekord als größtes Lebewesen Europas hält aktuell ein Exemplar in der Schweiz: Der Dunkle Hallimasch (Armillaria ostoyae) dehnt sich am Ofenpass über eine Fläche von 35 Hektar aus – was etwa 50 Fußballfeldern entspricht. Forschende schätzen sein Alter auf über 1.000 Jahre.Mykorrhiza-Pilze wiederum tun sich mit Pflanzen zusammen: Sie liefern wertvolle Nährstoffe und erhalten im Gegenzug Produkte der Photosynthese. Dazu umspannt der Pilz die Pflanzenwurzeln mit einem engen Geflecht und dringt manchmal auch in die Pflanzenzellen ein (im Bild Pilzfäden in Weiß an einer Heidelbeerpflanze).© Science Photo Library / eye of science
Quelle:
www.wissenschaft.de



