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Zehntausende protestieren für rasche Energiewende

Stand: 18.04.2026 • 17:21 Uhr

Bundesweit haben Zehntausende Menschen für eine schnellere Energiewende demonstriert. Der Bundesregierung warfen sie vor, die falschen Ziele zu verfolgen. Im Zentrum der Kritik: Wirtschaftsministerin Reiche.

Für eine schnellere Energiewende und gegen fossile Abhängigkeit sind laut Angaben der Organisatoren bundesweit mehr als 80.000 Menschen auf die Straße gegangen. Allein in Berlin kamen demnach rund 24.000 Demonstrierende zusammen, in Köln 30.000 Menschen, in Hamburg 15.000 und in München 12.000.

Unter dem Motto “Erneuerbare Energie verteidigen” forderten die Teilnehmenden ein Ende von fossiler Abhängigkeit und einen Kurswechsel von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Pläne von Reiche, den Ausbau der Erneuerbaren stark einzuschränken und auf Gaskraft zu setzen, sorgen bei den Demonstranten für Ärger. Auf der Demonstration waren Transparente mit Aufschriften wie “Reiche erneuern” oder “Modernisieren statt konservieren” zu sehen.

“Die Wut richtet sich gegen Ministerin Reiche”

Das berichtet auch ARD-Korrespondent Sven Pehlke von der Demo in Hamburg: “Die Wut richtet sich hier gegen Wirtschaftsministerin Reiche. Man hat wirklich gemerkt, die Emotionen kochen hoch”, so Pehlke. Die Menschen seien wütend.

Nötig sei laut der Organisatoren nun mehr Tempo beim Ausbau von Sonnen- und Windkraft. Reiche und Teile der Union wollten dies jedoch ausbremsen. Eskalierende Energiepreise, geopolitische Krisen und autoritäre Regime zeigten zudem, wie riskant fossile Energien seien.

Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer sprach zum Auftakt vor dem Wirtschaftsministerium in Berlin von einer “Unterwanderung der Energiewende”. Es gehe dabei nicht um die Bezahlbarkeit von klimafreundlicher Politik, sondern um den “Erhalt fossiler Gewohnheiten und fossiler Macht”. Auch ein VW-Werk “kann nicht im Hochwasser produzieren, ob man es wahrhaben will oder nicht”, sagte sie. Die Klimaaktivistin nannte es “dramatisch”, wie viele der Parteien “weiterhin meinen, man könnte mit so einem fossilen Kurs irgendwie eine Zukunft gestalten”. Die Energiewende sollte “eigentlich eine Chance für alle sein”.

“Fridays for Future” gegen Tankrabatt

Annika Rittmann von “Fridays for Future” Hamburg sagte: “Viele Menschen erleben gerade, was es bedeutet, wenn der Staat das fossile Modell unterstützt und de facto den Umstieg für sie schwieriger macht.” Als Beispiel nannte sie unter anderem den Tankrabatt, durch den nachhaltige Mobilität kaputt gemacht werden würde, weil das Geld in andere Projekte fließe und bei den Ölkonzernen lande.


Quelle:

www.tagesschau.de