podcast
Der Meistertitel ist zwar seit diesem Wochenende vergeben, aber trotzdem hat der SC Freiburg noch eine “Triple-Chance”. In der Europa League und im DFB-Pokal stehen die Freiburger jeweils im Halbfinale und auch in der Bundesliga sind sie mit Platz sieben auf Kurs “internationales Geschäft”.
Rückblick zum 11. Mai 2024: Christian Streich wird in seinem letzten Heimspiel als Trainer des SC Freiburg nach 29 Jahren im Verein emotional verabschiedet. Damals reichte es nur zu einem 1:1 gegen den damaligen Aufsteiger 1. FC Heidenheim. Der SC Freiburg beendete die Saison auf Platz zehn, deutlich hinter den internationalen Plätzen und mit einer ungewissen Zukunft vor sich.
Julian Schuster – Nachfolger oder Vorreiter
Dass Julian Schuster als Jugend- und Assistenztrainer nicht den völligen Umbruch für die Freiburger bedeuten würde, war damals schon zu ahnen. Jetzt, knapp zwei Jahre später, ist klar: Schuster führt nicht einfach nur den Weg weiter, den Streich vorbereitet hat, sondern könnte die Freiburger auf das nächste Level heben. Stand jetzt ist nicht nur der erstmalige Gewinn des DFB-Pokals noch im Bereich des möglichen, auch den ersten internationalen Titel könnte es geben.
Verpasste Champions League als Glücksfall?
In der ersten Saison unter Schuster hatte die Freiburger nicht nur an erfolgreiche Zeiten unter Streich angeknüpft, sondern erst am letzten Spieltag die erstmalige Qualifikation für die Champions League verpasst. Die Teilnahme an der Europa League könnte sich aber im Nachhinein als Glücksfall herausstellen.
Dort hat der Sportclub die Ligaphase auf Platz 7 beendet, die Play-Offs damit vermieden und sowohl Achtel- als auch Viertelfinale in Summe deutlich gewonnen. Ein Titelgewinn und somit die Qualifikation für die Champions League scheint möglich – auch, weil der Kader der Freiburger für die Dreifachbelastung gewappnet scheint. “Es ist null selbstverständlich, dass der SC Freiburg immer noch in drei Wettbewerben vertreten ist”, sagt Podcast-Host Jens Walbrodt im “Bundesliga Update”.
Manzambi und Suzuki: Keine Topscorer, aber unverzichtbar
Johan Manzambi aus der eigenen Jugend hat bereits in der vergangenen Saison das Freiburger Spiel belebt. Im Sommer kam mit Yuito Suzuki ein weiterer Offensiver dazu, der Teil des Erfolgs ist. In der Liste der Topscorer überragt Vincenzo Grifo (mit fünf Spielen mehr) zwar alle, aber Manzambi arbeitet daran, dass sich das ändert und auch Suzuki ist noch in Schlagdistanz. “Für mich ist der Aufschwung von Freiburg gleichbedeutend mit dem Formanstieg von Yuito Suzuki”, findet Jens Walbrodt. Er habe bereits über die ganze Saison angedeutet, was in ihm stecke, würde aber jetzt konstant abliefern.
“Genau zum richtigen Zeitpunkt in der Saison”, pflichtet Podcast-Host Anne Hilt bei. Nach einem eher durchwachsenen Saisonstart hätten viele Freiburg schon abgeschrieben, was die Qualifikation für einen der europäischen Wettbewerbe über die Liga angeht und auch Manzambi habe Anteil daran, dass sich die Wahrnehmung geändert hat. “Hut ab, lieber SC Freiburg”, fügt Jens Walbrodt noch an.
Ginter im Fokus von Nagelsmann?
Bei der aktuell starken Offensive, fliegen die Leistungen der Defensive etwas unter dem Radar. 18 weiße Westen haben die Freiburger wettbewerbsübergreifen behalten und Matthias Ginter stand bis auf zwei Ausnahmen immer über die volle Spieldauer auf dem Platz. Der mittlerweile 32-jährige Weltmeister von 2014 steuerte zuletzt sogar eigene Treffer bei, die angesichts der doch immer knappen Ergebnisse der Freiburger in der Endabrechnung wichtig werden könnten.
Auch wenn die Position des Innenverteidigers alles andere als eine Problemzone im Kader von Julian Nagelsmann ist, drängt sich vielleicht bald die Frage auf: Muss Matthias Ginter nicht zumindest ins erweiterte Aufgebot des Bundestrainers mit Blick auf das große Turnier im Sommer?
Vier Bundesliga-Spiele hat Ginter noch Zeit, um auf sich aufmerksam zu machen. Im Idealfall aus Freiburger Sicht kommen noch zwei Spiele im DFB-Pokal und drei in der Europa League dazu. Dann würde Der SC Freiburg nicht nur den ersten Titel der Vereinsgeschichte holten, sondern in der kommenden Saison auch erstmals in der Champions League – beides Erfolge, die Christian Streich nie vergönnt waren.
Noch etwas, das Julian Schuster seinem Vorgänger voraus hat: Schuster gewann die Partie gegen den 1. FC Heidenheim trotz zwischenzeitlichem Ausgleich mit 2:1 und während die Freiburger auf Kurs “internationales Geschäft” sind, hat Heidenheim am kommenden Wochenende ein Endspiel um den Klassenerhalt.
Das Bundesliga Update – jeden Donnerstag und Montag
Das Bundesliga Update gibt es bei ARD Sounds, überall, wo es Podcasts gibt und auf dem Sportschau-Fußball-Kanal bei Youtube. Neue Folgen erscheinen donnerstagsnachmittags und montagsmorgens.
Quelle:
www.sportschau.de



