Padel boomt in Deutschland – doch wer im Padel ganz nach oben möchte, muss Deutschland verlassen. Das tut auch Jonas Trümpler, 16. Er möchte Profi werden und träumt von Olympia.
Die Dynamik ist beeindruckend, die Schlaghärte steht der von Erwachsenen in nichts nach. Und auch die List, mit der Jonas Trümpler die Bälle auf dem Padel-Court verteilt, ist außergewöhnlich. Das ist deshalb so bemerkenswert, weil der junge Sportler erst 16 Jahre alt ist – und sich wie selbstverständlich mit den besten deutschen Herren auf Augenhöhe misst.
Trümpler fühlt sich wohl in diesem 10 x 20 Meter großen Glaskasten, in dem er den gelben Filzball möglichst so über das Netz befördern muss, dass der Gegner das Nachsehen hat. “Ich stehe sechs bis sieben Mal in der Woche auf dem Court, der Sport bedeutet mir sehr viel. Ich weiß gar nicht, was ich ohne Padel machen sollte”, sagt er der Sportschau.
Trümpler spielt jetzt für Deutschlands besten Padel-Verein
Der im kleinen niedersächsischen Barrien (in der Nähe von Bremen) aufgewachsene Trümpler ist über Fußball und Tennis zum Padel gekommen und hat sich vor zwei Jahren dazu entschieden, sich auf diese hierzulande junge Rückschlagsportart zu konzentrieren. Mittlerweile gilt er als eines der größten Talente in diesem jungen Sport in Deutschland.
Padel boomt seit einigen Jahren in Deutschland, Padel-Courts schießen derzeit in der ganzen Republik wie Pilze aus dem Boden. Rund 250.000 Menschen, vor allem Freizeitsportler, betreiben wohl derzeit den Padel-Sport. So genau weiß das niemand: Registriert sind im Dachverband die einzelnen Courts, aber nicht die Aktiven. Was aber feststeht: Es werden täglich mehr.
Jonas Trümpler hat in dieser jungen Sportart in kürzester Zeit eine rasante Karriere hingelegt. Er ist Junioren-Nationalspieler, tritt bereits erfolgreich gegen nationale Padel-Herren an, ist gerade zum vierfachen deutschen Männer-Meister TC Weiden in Köln gewechselt. Der Schritt in die Männer-Nationalmannschaft ist nur noch eine Frage der Zeit.
Nach der 10. Klasse zieht Trümpler nach Spanien um
Und Trümpler ist ein Jugendlicher, der den Schritt aus dem Boom-Land Deutschland in die große internationale Padel-Welt machen und sich auf höchstem Niveau messen will. “Ich möchte Profi werden. Und ich möchte bei Olympia 2032 in Brisbane mitspielen”, sagt Trümpler. Dazu müsste Padel aber erst noch olympisch werden, was allerdings realistisch erscheint.
Um dieses hohe Ziel erreichen zu können, muss Jonas Trümpler, der als sehr trainingsfleißig und pflichtbewusst gilt, sein bisheriges Leben grundlegend verändern. Im kommenden Sommer, nachdem er die 10. Klasse auf seinem Gymnasium in Syke erfolgreich abgeschlossen hat, will er alles auf eine Karte, alles auf seine Leidenschaft setzen. Trümpler wird nach Mallorca ziehen, um sich seinen großen Traum zu erfüllen.
Padel in Argentinien und Spanien? “Andere Welten”
Warum nach Spanien? “Dort ist der Padelsport viel weiter als hierzulande. Und dort findet Jonas Trainingspartner auf höchstem Niveau”, sagt Erik Trümpler, der seinem Sohn als erster Trainer die Grundlagen für den Sport vermittelt hat. Mittlerweile steht der spanische Ex-Padel-Profi Alejandro Walter in der Verantwortung. Bei seiner Familie wird Jonas Trümpler auch dauerhaft auf Mallorca wohnen.
Der 49 Jahre alte PR-Manager Erik Trümpler war einst Tennisprofi, wechselte irgendwann zum Padel und weiß, was es benötigt, um auf ein internationales Niveau zu kommen. Denn eines ist eindeutig: Argentinische und spanische Spieler bestimmen das Weltniveau, der Abstand zu den übrigen Nationen ist (noch) groß. “Da muss man ganz ehrlich sein, das sind andere Welten”, sagt Erik Trümpler.
Konzentration und Mentalität
Wie groß die Unterschiede bereits unter den Jugendlichen sind, konnten er und sein Sohn vor nicht allzu langer Zeit live miterleben. “Wir waren bei der Junioren-WM im vergangenen Jahr, da hieß das Endspiel natürlich Spanien gegen Argentinien”, sagt Vater Trümpler. “Die Jungs sind mit U18 schon Top-Profis, die bereits jetzt unter den Top 100 der Weltrangliste stehen. Aber hier kommen jetzt nach und nach Youngster, die das auch gut machen und vielleicht nicht ganz vorne, aber auch mal unter den ersten 100 landen können.”
Jonas Trümpler glaubt derweil fest an seinen großen Traum. Seine Stärken: “Meine Konzentration auf dem Platz ist sehr gut, auch meine Mentalität. Ich will jeden Punkt gewinnen und gebe nie auf”, sagt er. Und an dem Rest wird er arbeiten – ab Sommer auf Mallorca.
Quelle:
www.sportschau.de





