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LebensstilWarum wir 2026 beim Laufen auf höhere Laufschuhe setzen

Warum wir 2026 beim Laufen auf höhere Laufschuhe setzen

Warum Laufschuhe plötzlich immer größer werden – und was das über den Lauftrend 2026 sagt.

Der Frühling ist da, der Sommer naht – und wie immer macht mir der Saisonwechsel Lust, endlich wieder mit dem Laufen anzufangen. Schließlich ist es die Sportart, die wohl am zugänglichsten ist. Alles, was man dafür braucht, ist ein Paar Laufschuhe. Also öffne ich meinen Kleiderschrank und krame aus der hinteren Ecke – neben meinen Badehosen, die dort überwintern – meine alten Laufschuhe heraus. Was mir auffällt, als ich sie im Licht betrachte? Wie unglaublich alt sie aussehen. Was mir auch aufgefallen ist: Das ich unbedingt ein neues Paar brauche, wenn ich je vorhaben sollte, mich einer Laufgruppe oder gar einem der coolen Laufclubs anzuschließen.

Und so bin ich im wohl klassischsten aller Rabbitholes gelandet: jenem, das harmlos mit “bequemen Laufschuhen” beginnt und damit endet, dass man Datenblätter liest, als wären es Etiketten eines Naturweins. Dort stieß ich auf das große Thema der letzten Jahre: Laufschuhe sind nicht einfach nur besser geworden – sie sind gewachsen. In der Höhe, im Volumen, in ihrer Nachgiebigkeit. Vor allem an der Ferse, wo manche Sohlen längst nicht mehr nur den Aufprall dämpfen, sondern gleich auch die winterliche Trägheit, Bequemlichkeit und ein gutes Stück mangelnder Disziplin mit abfedern.

Laufen liegt im Trend – damit rücken auch die Schuhe in den Fokus

Die unaufhaltsame Ausdehnung der Sohlen wirkt im Kontext unserer Zeit fast zwangsläufig. Laufen ist längst nicht mehr nur Sport oder Mittel zur Fitness, sondern eine soziale Praxis geworden. Die App Strava zeigt das eindrücklich in ihrem “Year in Sport Trend Report 2025”: Die Zahl neuer Clubs auf der Plattform hat sich nahezu vervierfacht, Laufclubs sind um das 3,5-Fache gewachsen, und auch die von ihnen organisierten Events nehmen stetig zu. Übersetzt bedeutet das: Man sagt nicht mehr “Ich gehe laufen”, sondern “Wir sehen uns beim Laufen”.

Wenn Laufen zur Gemeinschaft wird, verwandelt sich auch das Objekt in ein Symbol der Identität. Und diese Identität manifestiert sich heute sichtbar – in Form eines regelrechten Schaumstoffturms unter dem Fuß.

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Das eigentlich Kuriose: Auf der wohl professionellsten Bühne überhaupt, den Olympischen Spielen, ist genau diese Designentwicklung bis ins Detail reguliert. Der Leichtathletik-Weltverband World Athletics legt für Straßenläufe eine maximale Sohlenhöhe von 40 Millimetern fest. Doch selbst dort werden die Grenzen ausgereizt. Ein Blick auf den olympischen Frauenmarathon von Paris 2024 zeigt, wie nah sich Realität und Regelwerk kommen. “Runner’s World” berichtet, dass Sifan Hassan ihren Sieg in den Nike Alphafly 3 errang – einem Modell, das auch unter den schnellsten Läuferinnen besonders verbreitet war.


Quelle:

www.gq-magazin.de