Manchester City hat sich im Titelkampf der Premier League einen vielleicht folgenschweren Patzer geleistet und beim FC Everton nur ein Remis geholt. Und das war noch glücklich.
Beim 3:3 (0:1) am Montagabend (04.05.2026) hatten die “Toffees“, die noch von Europa träumen dürfen, bis tief in die Nachspielzeit sogar vorn gelegen. Jérémy Doku hatte zum 1:0 für City getroffen (43. Minute), ehe Everton im zweiten Durchgang die Partie drehte. Thierno Barry (68.) glich aus, Jake O’Brien (73.) und erneut Barry (83.) legten zwei Treffer nach, ehe Erling Haaland in der 83. Minute verkürzte. In der 7. Minute der Nachspielzeit traf erneut Doku dann zum 3:3-Endstand.
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Arsenal jetzt mit fünf Punkten vorn
Der FC Arsenal hat an der Spitze nun fünf Punkte Vorsprung auf City und die bessere Tordifferenz. Die “Skyblues” haben noch ein Nachholspiel, die Meisterschaft nun aber nicht mehr in der eigenen Hand.
Vom Anpfiff weg übernehmen die Gäste das Kommando im nagelneuen Hill Dickinson Stadium, kamen teilweise auf Ballbesitzwerte von über 90 Prozent. Vor allem Jéremy Doku machte auf der linken Außenbahn immer wieder, was er wollte, leitete einen gefährlichen City-Angriff nach dem anderen ein. Doch was seine Kollegen aus seinen Vorlagen machten, hatte mit berechtigten Titelambitionen nichts zu tun: Neun der ersten zehn Torschüsse kamen nicht mal auf das Gehäuse von Nationalkeeper Jordan Pickford.
Dann macht es Doku eben selbst
Doch Torschuss Nummer elf war drin. Doku hatte die richtigen Schlüsse aus der Inkompetenz seiner Nebenleute gezogen, die es durch Rayan Cherki, Antoine Semenyo (beide 18. Minute) und wiederum Semenyo (21.) nur zu drei Halbchancen gebracht hatten. Nachdem der Niederländer ansonsten fast ausschließlich über links gekommen war, wechselte er kurz vor der Pause einmal die Seite und zirkelte die Kugel von halbrechts in den linken Winkel.
Von Everton war bis dahin wenig gekommen, nur einmal musste Gianluigi Donnarumma eingreifen: Der Ex-Freiburger Dominik Röhl war auf der rechten Außenbahn durchgebrochen und hatte scharf in die Mitte geflankt: Italiens Nationalkeeper boxte den Ball aber so gerade noch vor dem einschussbereiten Beto weg (32.).
Frustfoul von Keane hätte Rot nach sich ziehen müssen
Der Tiefpunkt der “Toffees” im ersten Durchgang war aber nicht die ansonsten geballte offensive Harmlosigkeit, sondern ein rücksichtsloses, gesundheitsgefährdendes Frustfoul des spielerisch völlig überforderten Innenverteidigers Michael Keane. Da er sich sportlich gegen Doku nie zu helfen musste, räumte er ihn zwei Minuten vor der Pause mit einer brutalen Vehemenz ab, die eine schwere Verletzung hätte nach sich ziehen können.
Doku musste lange behandelt werden, konnte aber weiterspielen – das hätte Michael Oliver hingegen Keane nicht gestatten dürfen. Doch der erfahrene Schiedsrichter beließ es bei einer Gelben Karte, die vom VAR überprüft, aber wie so oft auf der Insel nicht wieder einkassiert und durch Rot ersetzt wurde.
Haaland wie ein Fremdkörper
Das einzige, was Everton im ersten Durchgang gut gemacht hatte, war das Beschatten von Top-Torjäger Erling Haaland. Der Norweger hatte fast gar keine Ballkontakte, zog immer wieder Läufe in die Tiefe an, bekam aber keinerlei Bindung zum Spiel und zu seinen Nebenleuten.
Auch im zweiten Durchgang gelang es Doku, Semenyo oder Cherki nicht, Haaland irgendwie in Szene zu setzen. Und nach einer Stunde merkten die Gastgeber dann endlich, dass an diesem Abend durchaus etwas gehen könnte. Der erste Konter über Beto und Iliman Ndiaye verpuffte noch, in der 65. Minute hätte Ndiaye aber treffen müssen: Donnarumma war schon früh abgetaucht, doch der frei vor ihm auftauchende Everton-Stürmer schoss ihn an.
City patzt schwer in der Defensive
Doch die starke Form des Keepers hatten seine Vorderleute nicht. Kurz nach der großen Everton-Chance wollte Marc Guehi eine Situation per Rückpass klären, doch der verhungerte kläglich: Der gerade erst eingewechselte Barry sprintete dazwischen und schob den Ball ins lange Eck.
Völlig ungewohnt für den Ex-Meister: Nicht nur in dieser Szene brach in der Abwehr beinahe Panik aus. Ein Ballverlust jagte plötzlich den nächsten, Guehi und der ebenfalls überforderte Abduqodir Khusanov standen komplett neben sich. O’Brien war bei seinem Kopfball nach einer Ecke völlig frei und nickte zum 2:1 ein, kurz danach legte erneut Barry nach Vorarbeit des starken Röhl den dritten Treffer nach.
Haaland trifft direkt im Gegenzug
Doch Everton hielt sich einen Tick zu lange mit dem Jubeln auf und verpasste die Rückwärtsbewegung beim Steilpass in den Lauf von Haaland: Der Norweger traf im direkten Gegenzug mit seiner ersten Chance an diesem Abend per Lupfer zum 2:3-Anschluss.
Danach drückte City mit Macht auf den Ausgleich, der in der 7. Minute der Nachspielzeit tatsächlich noch gelang: Wie schon bei seinem ersten Tor bekam Doku an der Strafraumgrenze zu viel Platz und schlenzte den Ball tatsächlich noch zum 3:3 ein.
Quelle:
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