Die SG Flensburg-Handewitt steht erneut im Final Four der Handball-European-League in Hamburg. Der Titelverteidiger gewann nach dem Remis im Hinspiel das Rückspiel bei Nordkonkurrent TSV Hannover-Burgdorf klar mit 43:35 (22:20).
Die Flensburger machten die Rückkehr ins Final Four vor allem deshalb klar, weil sie sich in der Defensive nach einem indiskutablen Beginn steigerten. Torhüter Kevin Möller hatte daran nach seiner Einwechslung einen großen Anteil. Der Däne hielt in der entscheidenden Phase kurz vor und und kurz nach der Pause fast alles, was auf sein Tor kam – und ermöglichte seinem Team so einen vorentscheidenden 8:1-Lauf.
Denn da die Offensive wie schon beim 39:39 im Hinspiel in der Vorwoche “klickte”, konnten die “Recken”, die ihre Deckung nicht in den Griff bekamen und auch kein Torwartspiel hatten, in der zweiten Hälfte nicht mehr Schritt halten.
Während die Schleswig-Holsteiner sich auf das Final Four findet am 30./31. Mai in Hamburg freuen können und gebannt auf die Auslosung am Freitag in Wien schauen werden, muss die TSV weiter auf ihr erstes europäisches Halbfinale warten.
Highspeed-Handball und Rot für Novak
Es dauerte fünf Minuten, bis einer der Torhüter mal eine Hand an den Ball bekam. TSV-Keeper Joel Birlehm nahm Emil Jakobsen einen schwierigen Versuch von außen weg. Bis dahin hatten alle Würfe auf beiden Seiten jeweils den Weg ins Tor gefunden. 4:3 stand es für die Gastgeber (5.) – und es deutete sich direkt wieder ein “Shootout” wie in der Vorwoche an.
Torreigen und Spielfluss kamen in der Folge allerdings kurzfristig ins Stocken, weil es hitzig wurde. Nach einem Gerangel und Wortgefecht gab es zunächst die ersten Zeitstrafen für beide Mannschaften – eine davon für SG-Schlussmann Benjamin Buric. Wenig später sah Flensburgs Rechtsaußen Domen Novak Rot, weil er gegen August Pedersen am Kreis den Fuß stehen ließ. Die Schiedsrichter werteten das als gesundheitsgefährdend und stellten ihn raus (10.).
Flensburg in der Deckung vogelwild – und doch vorne
Danach wurde wieder Handball gespielt – und das machten die “Recken” über weite Teile der ersten Hälfte besser. Nationalspieler Renars Uscins traf zum 13:10 (16.) und legte in einem atemlosen Spiel wenig später per schönem Schlagwurf nach (14:11, 17.). Die SG-Abwehr verdiente ihren Namen aber auch nicht wirklich, die Abstimmung passte überhaupt nicht. Besonders hanebüchen war es beim 18:16 von Jonathan Edvardson, als sich Niclas Kirkelökke und Johannes Golla in der Mitte gefühlt selbst deckten und der Schwede frei durchspazierte und traf (23.).
Zumindest etwas stabilisierte sich das Pajovic-Team, das zuvor vor allem dank seiner schnellen Mitte Schritt halten konnte, aber. Und eben jene Golla und Kirkelökke sorgten kurz vor der Pause nicht nur für die erste Führung der Gäste, sondern sogar für einen Zwei-Tore-Vorsprung nach 30 Minuten (22:20).
Möller und Möller werden zu den SG-Sieggaranten
Dem 5:1-Lauf vor der Pause ließ die SG ein schnelles 3:0 in den ersten 90 Sekunden des zweiten Durchgangs zur ersten Fünf-Tore-Führung des Spiels folgen (25:20, 32.). TSV-Trainer Juan-Carlos Pastor nahm sofort eine Auszeit und stellte in der Offensive auf ein Sieben-gegen-sechs um.
Die Maßnahme zeigte zunächst allerdings nur kurzfristig Wirkung, weil bei Flensburg der schon in Hälfte eins eingewechselte Torhüter Kevin Möller immer häufiger in Erscheinung trat – und vorne sein Landsmann und Nachnamens-Vetter Lasse Möller bis auf einen Fehlwurf einfach alles traf. Sein Tor zum 31:25 war der siebte Treffer im siebten Versuch (38.).
Den “Recken”, bei denen insbesondere Leif Tissier mit zehn Toren überzeugte, war bei allem erkennbaren Bemühen der Zahn gezogen. Flensburg ließ nichts mehr anbrennen – und selbst Keeper Kevin Möller durfte sich noch in die Torschützenliste eintragen. Die Krönung seines starken Abends.
Quelle:
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