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SportAtletico geschlagen: Saka-Abstauber beschert Arsenal erstes CL-Finale seit 20 Jahren

Atletico geschlagen: Saka-Abstauber beschert Arsenal erstes CL-Finale seit 20 Jahren

Stand: 05.05.2026 • 23:27 Uhr

Der FC Arsenal spielt weiterhin eine nahezu perfekte Champions-League-Saison: 14 Spiele in der Königsklasse haben die Gunners absolviert, kein einziges haben sie verloren. Gegen Atletico Madrid war es auch im Rückspiel eine extrem umkämpfte Partie – am Ende reichte ein Tor zum 1:0 (1:0)-Sieg, mit dem Arsenal den ersten Finaleinzug seit 20 Jahren feierte.

Markus Kramer

Bukayo Saka erzielte kurz vor dem Pausenpfiff den entscheidenden Treffer per Abstauber, nachdem Atletico-Keeper Jan Oblak noch stark pariert hatte. Die Madrilenen wehrten sich nach Kräften und kamen auch zu Chancen, insgesamt präsentierte sich Arsenal aber wie schon im gesamten Saisonverlauf extrem stabil.

So gewannen die Londoner zwar wie schon im ebenfalls extrem umkämpften Hinspiel ohne das ganz große Spektakel, aber nicht unverdient. “Ihr seht, was es uns bedeutet”, sagte Matchwinner Saka bei Amazon Prime: “Es ist eine wunderschöne Geschichte – und ich hoffe, sie endet gut in Budapest.” Dort wird Arsenal am 30. Mai auf den Sieger des zweiten Halbfinals zwischen Bayern München und Paris St. Germain treffen (Mittwoch, 21 Uhr, live in der Sportschau-Radioreportage).

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Großrotation bei Simeone, bewährte Kräfte bei den Gunners

Bei der Aufstellung hatten die Trainer unterschiedliche Ansätze gewählt. Arsenals Mikel Arteta schickte angesichts des packenden Premier-League-Titelkampfs dieselbe Elf wie gegen Fulham (3:0) auf den Platz – Deutschlands Nationalspieler Kai Havertz nahm nach Verletzung auf der Bank Platz. Diego Simeone hingegen tauschte gleich zehn Mann aus – beim 2:0 gegen Valencia am vergangenen Wochenende hatte der Argentinier etliche Spieler schonen können.

Die womöglich etwas frischeren “Colchoneros” kamen dann auch besser in die Partie. Insbesondere nach Umschaltmomenten wurde Atletico gefährlich, Julian Alvarez kam so früh zum ersten gefährlichen Abschluss (8.), kurz darauf blockte Declan Rice den Versuch von Simeone-Sohn Giuliano (12.). Das war es dann aber für eine geraume Zeit mit großen Chancen: Die Partie lebte von Intensität und Spannung.

Arsenal sicherte sich immer mehr Spielanteile, ohne allerdings zwingend zu werden – bis Saka zuschlug. William Saliba spielte einen klugen Ball hinter Atleticos Defensivkette, Victor Gyökeres behauptete den Ball vor dem herausstürmenden Torwart Jan Oblak. Nach Gyökeres’ Flanke kam Leandro Trossard an den Ball, der sich etwas Zeit ließ, dann aber scharf aufs lange Eck abzog. Oblak parierte noch stark, den abprallenden Ball schob Saka zur etwas glücklichen Pausenführung für Arsenal ins Tor.

Bukayo Saka erzielt den Treffer zum 1:0 für Arsenal

Atletico kommt druckvoll aus der Kabine

Jetzt musste Atletico kommen und Atletico kam. Nach einem Saliba-Patzer war Simeone auf und davon, legte den Ball an Arsenal-Keeper David Raya vorbei und hätte nur noch einschieben müssen. Weil aber Innenverteidiger Gabriel entscheidend störte, ohne aber ein Foul zu begehen, kam Simeone ins Straucheln und brachte keinen Abschluss mehr zustande (51.).

Kurz darauf forderten Atletico und Antoine Griezmann einen Elfmeterpfiff. Aber der deutsche Schiedsrichter Daniel Siebert hatte im Vorfeld ein Foul eines Madrilenen gesehen (56.), das er ahndete – eine umstrittene, aber vertretbare Entscheidung.

Antoine Griezmann diskutiert mit Schiedsrichter Daniel Siebert

Beide Trainer wechselten dreimal, dann war plötzlich wieder Arsenal am Drücker. Joker Noni Madueke feuerte einen gefährlichen Distanzschuss ab, kurz darauf hätte Mittelstürmer Gyökeres treffen müssen, als er eine mustergültige Flanke von Piero Hincapie freistehend über das Tor setzte (66.). Der guten Stimmung im Emirates tat das aber keinen Abbruch: Die Gunners witterten jetzt den Finaleinzug und sorgten für Stimmung, während Simeone angesichts der drohenden Pleite noch unruhiger als sonst am Spielfeldrand auf und ab tigerte.

Bayern oder PSG – wer wird Arsenals Gegner?

Dazu hatte Simeone auch allen Grund, denn er sah, wie seine Mannschaft sich an der stabilen Londoner Defensive die Zähne ausbiss. Mehr als Ballbesitzphasen rund um den Strafraum der Gunners sprang für Atletico nicht heraus. Vielmehr erspielten sich die Londoner bei Tempogegenstößen weitere Chancen, die aber ungenutzt blieben. Die Schlussphase war schließlich geprägt von viel Zeitspiel der Londoner, was bei Atletico für Frust sorgte und Auseinandersetzungen am Spielfeldrand nach sich zog.

Jubeln durfte das Arteta-Team am Ende dennoch: Erstmals seit Mai 2006 steht Arsenal im Königsklassen-Finale. Damals unterlag man dem FC Barcelona mit 1:2, diesmal werden sie sich in London ein anderes Ergebnis wünschen, um erstmals in der Klubgeschichte die Champions League zu gewinnen. Auch, wenn der Gegner wie schon damals ein starker sein wird – unabhängig davon, ob es denn die Bayern oder PSG werden.


Quelle:

www.sportschau.de