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SportKvaratskhelia - das Schreckgespenst in Bayerns Triple-Träumen

Kvaratskhelia – das Schreckgespenst in Bayerns Triple-Träumen

Stand: 06.05.2026 • 09:40 Uhr

Khvicha Kvaratskhelia war maßgeblich am Spektakelsieg von PSG gegen den FC Bayern beteiligt. Im Rückspiel wird das Duell mit Josip Stanisic ein Schlüssel für den Einzug ins Finale.

Khvicha Kvaratskhelia – ein Name, 13 Konsonanten, sieben Vokale. Ausgesprochen mit einem “ch” zu Beginn des Vornamens und in der Mitte des Nachnamens bringt derzeit Fußballkommentatoren regelmäßig an ihre Grenzen. Schließlich sind Zungen westeuropäischer Fußballberichterstatter nicht unbedingt an einen solchen Namen gewöhnt – und schon gar nicht ihn in einer derartigen Frequenz und Geschwindigkeit auszusprechen, wie es die Fähigkeiten des 25-Jährigen Flügelstürmers von Paris Saint-Germain ihnen abverlangen.

Verknotete Beine – wie Kvaratskhelia Stanisic in die Mangel nimmt

Und ebenso wie Kvaratskhelia das wichtigste Arbeitswerkzeug von Kommentatoren reihenweise verknotet, erging es am vergangenen Dienstag auch Josip Stanisic mit seinem wichtigsten Arbeitswerkzeug, den Beinen. Der Außenverteidiger des FC Bayern München ist komplizierte Aufgaben gewohnt. Alleine in dieser Champions-League-Saison hatte er es mit Cole Palmer (FC Chelsea), Gabriel Martinelli (FC Arsenal), Vinicius Junior und Kylian Mbappé (beide Real Madrid) zu tun – doch vor derartige Probleme, wie sie Kvaratskhelia ihm bereitete, hat den 26-jährigen Münchner keiner von ihnen gestellt.

Das lag zum einen daran, dass die beiden Madrilenen einen Zweier-Sturm bildeten und Stanisic so nicht derart auf sich alleine gestellt war, wie er es nun gegen den Dreier-Sturm von PSG ist. Zum anderen liegt es daran, dass die Spielweise Kvaratskhelias für die meisten Westeuropäer etwa so ungewohnt ist wie die Aussprache seines Namens.

Ein georgischer Straßenfußballer erobert die Königsklasse

Dribbelstarke Flügelstürmer gibt es zwar in der Königsklasse zuhauf. Doch der Georgier, der in seiner Jugend keine der großen Talentschmieden durchlaufen hat, auf dem Bolzplatz vor dem Haus seiner Eltern derart ausdauernd trainiert hat, dass sich die Nachbarn regelmäßig beschwert haben, hat einen ganz eigenen Stil im Vergleich zu anderen Ballkünstlern. Ein Straßenfußballer, wie man ihn in der Allianz Arena zuletzt gesehen hat, als Franck Ribéry im rot-weißen Trikot seine Schleifen zog.

Der Ball klebt dem Georgier am Fuß; und das auch, wenn er mit einem ungemein hohen Tempo tief aus der eigenen Hälfte heraus startet. Während vielen Technikern nach 20, 30 Metern im Vollsprint die Luft ausgeht, ist Kvaratskhelia dann so richtig in seinem Element. Den Verteidiger im Blick kann er in höchster Geschwindigkeit plötzlich verzögern, den Verteidiger ausgucken und dann mit zwei, drei blitzschnellen Richtungswechseln den Verteidiger ziemlich dumm aussehen lassen.

Tempo, Technik, Richtungswechsel: Albtraum für den FC Bayern

Und so stolperte auch Stanisic in der 24. Minute des Hinspiels im Champions-League-Halbfinales ziemlich ungelenk durch den Strafraum im Prinzenpark. Kvaratskhelia hatte ihn zunächst mit einem angetäuschten Sprint auf Höhe der Mittellinie verladen, war mit einem schnellen Richtungswechsel dann doch Richtung Münchner Sechzehnmeterraum gestartet und verlud dort den hinterherhechelnden Stanisic mit einem Übersteiger und zwei, drei schnellen Ballkontakten komplett. Mit seinem Schuss an den Außenpfosten ließ er auch Manuel Neuer nicht die geringste Chance.

Bei seinem zweiten Tor, dem zwischenzeitlichen 4:2 für Paris, entschlich der Georgier der Bewachung von Stanisic und ließ mit seinem Schuss Neuer erneut keine Chance. Doch nicht nur mit seinen offensiven Fähigkeiten bereitete er den Münchnern Probleme. Mit seinen 1,83 Metern war er eine gerne gesuchte Anspielstation für lange Bälle, die er häufig behauptete.

Mehr als ein Künstler – Kvaratskhelias Arbeitsethos sticht heraus

Doch fast ebenso auffällig wie die Offensiv-Künste des Flügelstürmers ist dessen Einstellung. Anders als die meisten Ballkünstler arbeitet Kvaratskhelia Fußball ebenso wie er ihn spielt. Unermüdlich lief der Georgier die Münchner Aufbauspieler an. Dayot Upamecano, Joshua Kimmich, Aleksandar Pavlovic – mit all diesen FC-Bayern-Spielern ging er regelmäßig auf Tuchfühlung, sodass sie den angedachten Angriff abbrechen und entnervt abdrehen mussten.

Auch am heutigen Mittwoch wird Kvaratskhelia in der Allianz Arena der Schlüsselspieler im Spiel von Paris Saint-Germain sein. Als torgefährlichster Spieler, als Künstler, als Sprinter, als Langstreckenläufer und als unermüdliches Arbeitstier, das die Spielzüge des FC Bayern schon im Keim zerstören will.

Schlüssel zum Finaleinzug – Das Duell Kvaratskhelia gegen Stanisic

Die Kommentatoren, die dieses Spektakel zwischen den beiden atemberaubendsten Offensivmannschaften begleiten dürfen, werden sich an diesen Namen mit den 13 Konsonanten, sieben Vokalen und den beiden “Ch”s schon ein wenig besser gewöhnt haben. Und auch Stanisic wird sich in den vergangenen acht Tagen intensiv mit dem Bewegungsprofil dieses Ausnahmespielers auseinandergesetzt haben. Entscheidend für die Triple-Träume des FC Bayern wird sein, wie der Münchner Außenverteidiger das Gelernte umsetzen kann, wenn Kvaratskhelia mit 60 Metern Anlauf und dem Tor von Manuel Neuer als einziges Ziel angesprintet kommt.

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Quelle: BR24Sport im Radio 05.05.2026 – 15:54 Uhr


Quelle:

www.sportschau.de