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GesundheitJustizbeamte in NRW sollen Drogen in JVA geschmuggelt haben

Justizbeamte in NRW sollen Drogen in JVA geschmuggelt haben

Als verdächtig in dem Fall gelten fünf Männer und drei Frauen zwischen 28 und 59 Jahren, die in einem Gefängnis in Rheinbach bei Bonn arbeiten. Die Ermittlungen waren durch Anzeigen der Gefängnisleitung ins Rollen gekommen.

Acht Wohnungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie die Justizvollzugsanstalt Rheinbach wurden an diesem Dienstag durchsucht. Etwa 60 Einsatzkräfte waren laut Polizei beteiligt. Ermittelt wird auch gegen aktuelle und ehemalige Häftlinge.

Handys, Schriftstücke und Drogen sichergestellt

Konkret sollen die JVA-Beamten gegen Geld Mobiltelefone und Drogen in das Gefängnis geschmuggelt und Insassen ausgehändigt haben. Die verbotenen Dinge waren den Mitarbeitern laut den Ermittlungen draußen von Angehörigen oder Freunden übergeben worden.

Deutschland Düsseldorf 2026 | Justizminister Benjamin Limbach zu Durchsuchungen in der JVA Rheinbach
Der nordrhein-westfälische Justizminister Benjamin Limbach äußerte sich vor der Presse zu den RazzienBild: Christoph Reichwein/dpa/picture alliance

Bei den Razzien sollten laut den Ermittlern Handys, Schriftstücke und andere Beweismittel sichergestellt werden. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa wurde an einer Adresse auch gezielt nach Drogen gesucht.

Taschenkontrollen bei JVA-Mitarbeitern in ganz NRW

Der Justizminister von Nordrhein-Westfalen, Benjamin Limbach, ließ als Konsequenz die Sicherheitsmaßnahmen in allen Haftanstalten des Bundeslandes verschärfen. Er habe ab sofort Taschenkontrollen bei den Gefängnis-Bediensteten verfügt, teilte der Grünen-Politiker mit.

“Mir ist sehr wohl bewusst, dass das ein harter Einschnitt ist”, sagte Limbach. Aber die strengeren Kontrollen dienten dazu, den “tadellosen Ruf” der ehrlichen Mehrheit der Mitarbeiter zu schützen.

Ähnliche Vorwürfe in Euskirchen

Erst im Mai war es zu Ermittlungen wegen ähnlicher Vorwürfe in der JVA Euskirchen gekommen. Dabei sollen Justizbeamte Gefangenen gegen Geld Hafterleichterungen gewährt haben. Gegen eine monatliche Bezahlung, so der Verdacht, sei etwa vor Kontrollen gewarnt worden.

In der dortigen JVA war auch das Innenleben zweier elektronischer Generalschlüssel verschwunden; der Verbleib ist ungeklärt. Euskirchen liegt ebenfalls in Nordrhein-Westfalen. Die Ermittlungen in diesem Komplex haben nach Angaben der Polizei jedoch nichts mit den neuen Durchsuchungen zu tun.

gri/jj (dpa, afp)

Redaktionsschluss: 17.00 Uhr (MESZ) – dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.


Quelle:

www.dw.com