Werbungspot_imgspot_img
GesundheitDFB-Team: Jürgen Klopp ist neuer Bundestrainer

DFB-Team: Jürgen Klopp ist neuer Bundestrainer

“Es ist eine große Ehre hier heute zu sitzen. Wenn man mit dem Amt des Bundestrainers in Verbindung gebracht wird, fühlt man die Größe und die Verantwortung, die dahintersteckt, nochmal mehr”, sagte Jürgen Klopp, und seine Vorfreude auf den neuen Job bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft war ihm deutlich anzusehen.

Nachdem bereits längerer Zeit mehr oder weniger klar war, dass Klopp der Nachfolger von Julian Nagelsmann werden sollte, wurde er nun in der Zentrale des Deutschen Fußballbundes (DFB) auch offiziell vorgestellt.

“Jürgen und wir haben sehr intensiv gesprochen. Er war von Anfang an unsere Wunschlösung. Er ist voller Energie und hat große Lust”, erklärte DFB-Präsident Bernd Neuendorf. “Wir streben mit Jürgen Klopp eine langfristige Zusammenarbeit. Der Vertrag läuft bis 2030, also bis zur nächsten Fußball-Weltmeisterschaft.”

Klopp, der bislang bei Red Bull als Head of Global Soccer tätig war, löste seinen bis 2029 geltenden Vertrag mit dem Getränkekonzern auf. Statt einer Ablösesumme spendet der DFB eine Million Euro an die Red-Bull-Stiftung “Wings of Life”. Zudem wird Leipzig in den kommenden Jahren dreimal Austragungsort von Länderspielen werden.

Keine Aussagen zu Spielern – Warnung an die Medien

Zu Personalien oder Taktik sagte Klopp noch nichts, kündigte immerhin aber schon zwei Dinge an: “Wir werden mit Viererkette spielen und wir werden mit Flügeln spielen, denn die Spielmacher der heutigen Zeit sind auf dem Flügel”, so Klopp.

“Es werden Spieler Möglichkeiten bekommen, die jetzt möglicherweise noch gar nicht damit rechnen, weil ich gerne mutig bin. Ich habe Lust, mit Jungs zusammenzuarbeiten, die einen Fußball spielen wollen, der allen gefällt.” 

Das sei nicht immer sofort erfolgreich, aber – so Klopp – er wolle auch mit der Nationalmannschaft etwas schaffen, “dass die Leute nach dem Spiel nach Hause gehen und sagen: Wow! Das war wirklich cool!”.

Jürgen Klopp posiert bei DFB-Pressekonferenz zu seiner Vorstellung als neuer Bundestrainer mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf, DFB-Sportdirektor Rudi Völler und DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke
Jürgen Klopp (2.v.r.) mit DFB-Präsident Neuendorf (l.), DFB-Sportdirektor Rudi Völler (2.v.l.) und DFB-Vizepräsident Watzke (r.)Bild: Florian Wiegand/dpa/picture alliance

Er habe in seiner Zeit als Trainer des FSV Mainz 05, bei Borussia Dortmund und beim FC Liverpool dreimal erlebt, wie erfolgreicher Fußball eine Stadt verändern kann. Und er glaube, “dass Fußball auch ein Land verändern kann”.

Seinen ersten Auftritt als Bundestrainer nutzte Klopp aber auch gleich für eine klare Ansage an die Medien. “Ich übernehme den Job, obwohl ich mitbekommen habe, wie ihr mit Julian [Nagelsmann] umgegangen seid”, sagte er und blickte ausnahmsweise sehr ernst in den gut gefüllten Pressesaal. “Wenn ihr euch danebenbenehmt oder meine Familie nicht in Ruhe lasst, bin ich weg.”

Vier Assistenten und Mertesacker als neuer Geschäftsführer

Als Assistenten bekommt Klopp seine alten Vertrauten Peter Krawietz und Pepijn “Pep” Lijnders an die Seite gestellt, mit denen er bereits seit Jahren zusammenarbeitet. Zudem bringt Klopp seinen Berater Marc Kosicke mit, den er als “Co-Trainer für Strategie, Entwicklung und Innovation” einsetzen wird. 

Neu hinzu kommt mit Sven Bender ein Ex-Spieler aus Dortmunder Zeiten. Bender gewann 2011 und 2012 unter Klopp mit Borussia Dortmund unter anderem zwei deutsche Meisterschaften. Er war von 2022 bis 2023 beim DFB Assistenztrainer der U16-Juniorenauswahl.

Jürgen Klopp 2014 beim Training von Borussia Dortmund im Gespräch mit Sven Bender
Sven Bender (l.) spielte von 2009 bis 2017 beim BVB – bis 2015 war Jürgen Klopp (r.) dort sein TrainerBild: Kevin Kurek/dpa/picture alliance

Auch eine Etage höher ändert sich eine Personalie. Während DFB-Sportdirektor Rudi Völler der Nationalmannschaft erhalten bleibt, hatte Andreas Rettig, der Geschäftsführer Sport, angekündigt, zum Jahresende auszuscheiden.

Er wird durch den ehemaligen Nationalspieler Per Mertesacker ersetzt. Mertesacker war 2014 als Spieler mit Deutschland Weltmeister geworden. Nach seiner aktiven Zeit hatte er die Nachwuchsakademie des FC Arsenal in London geleitet.  

Lange Länderspielphase mit vier Partien zum Auftakt

Zum Start stehen für den neuen Bundestrainer und seine Mannschaft direkt vier Pflichtspiele an. In der UEFA Nations League spielt Deutschland zunächst auswärts gegen die Niederlande (24. September) und trifft dann zu Hause auf Griechenland (27. September). Es folgen ein Auswärtsspiel in Serbien (1. Oktober) und ein Heimspiel gegen die Griechen (4. Oktober).

Dass es in einer Länderspielpause gleich vier Partien gibt, ist ungewöhnlich. Bislang wurde die Fußball-Bundesliga nur für zwei Partien unterbrochen und setzte ein Wochenende lang aus. Diesmal finden vom 20. September bis zum 9. Oktober keine Bundesligaspiele statt. Diese längere, dreiwöchige Ligapause wurde in diesem Jahr vom Fußball-Weltverband FIFA neu eingeführt. Die Regelung gilt zunächst bis 2030.

Was viele Bundesliga-Fans nervt, kann für Klopp ein Segen sein. So hat er seinen Kader gleich zu Beginn längere Zeit zusammen, kann viele gemeinsame Trainingseinheiten absolvieren und intensiver mit der Mannschaft arbeiten, als es früher möglich gewesen wäre.


Quelle:

www.dw.com