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UmweltErdbeben in Japan: Suche nach Vermissten dauert an

Erdbeben in Japan: Suche nach Vermissten dauert an

Bei dem Beben der Stärke 7,1 in der Präfektur Kumamoto am Dienstag in Japan sind ⁠mindestens ​18 Menschen ums Leben gekommen. Nach Vermissten wird weiter gesucht. Möglicherweise seien sogar Dutzende Menschen ums Leben gekommen, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf einen Regierungsbeamten. Die Rettungseinsätze in der Katastrophenregion dauern an – in der Hoffnung, Überlebende unter den Trümmern noch rechtzeitig zu finden. Mehr als 9000 Menschen harren in insgesamt 506 Notunterkünften aus.

Japan Kashima 2026 | Zerstörtes Aeon-Mall-Gebäude nach Erdbeben und Explosion in Kumamoto
In diesem Einkaufszentrum ereignete sich durch das Beben eine Explosion Bild: Kyodo News/IMAGO

Ein Einkaufszentrum ​stürzte nach einer Explosion teilweise ein. Als Ursache für die Explosion wird ein durch das Beben verursachtes Gasleck vermutet. Straßen wurden beschädigt, und es kam zu Stromausfällen. ​

Der Betrieb des Kyushu-Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszugs blieb weiterhin eingestellt. Der Flughafen Aso-Kumamoto nahm den Betrieb nach der Sperrung einer Start- und Landebahn am Dienstag wieder auf. Laut Behördenangaben könnten jedoch einige Flüge ausfallen.

Die Insel Kyushu, ‌die südlichste der vier japanischen Hauptinseln, gilt als wichtiges Zentrum für die Lieferketten der japanischen Auto- ​und Halbleiterindustrie.

Autohersteller und Chipproduzenten stoppen Produktion

Deshalb haben Autohersteller und Chipproduzenten ihre Produktion auf der Großinsel Kyushu vorübergehend gestoppt. Toyota teilte mit, den Betrieb in drei Werken bis Freitag ruhen zu lassen, ‌um ⁠die ⁠Auswirkungen auf Zulieferer und Logistik zu prüfen. Dazu zählt unter anderem das Werk Miyata, in dem jährlich bis zu ​430.000 Fahrzeuge der Luxusmarke Lexus vom Band laufen. Honda verlängerte ​den Produktionsstopp in seinem Motorradwerk bis Freitag, um ​Schäden an der ‌Fabrik zu reparieren.

Japan Yatsushiro 2026 | Eingestürzter Schornstein einer Papierfabrik nach Erdbeben in Kumamoto
Allein in dieser Papierfabrik in Kumamoto starben fünf MenschenBild: Kyodo/REUTERS

Der Chipkonzern Renesas stoppte die Fertigung in zwei Werken in Kumamoto, nachdem dort Deckenplatten herabgestürzt und Risse ‌in den Wänden sowie Wasserschäden aufgetreten waren. Der ‌weltgrößte ​Auftragsfertiger TSMC evakuierte seine dortige Fabrik, nahm den Betrieb nach Sicherheitsüberprüfungen jedoch schrittweise wieder auf. Auch der Ausrüster Tokyo Electron und der Elektronikkonzern Sony ​setzten ihre Produktion für Inspektionen vorübergehend aus.

Weitere Beben angekündigt

Die nationale Wetterbehörde warnte auch für die kommenden Tage vor möglichen weiteren starken Erschütterungen in der Region. Es gab schon mehrere Nachbeben, darunter eines mit der Stärke 6,1. 

Die Präfektur Kumamoto war bereits vor zehn Jahren von einem schweren Erdbeben der Stärke 7,3 heimgesucht worden. Dutzende Menschen kamen damals ums Leben, Zehntausende mussten zeitweise in Notunterkünften untergebracht werden. Zudem gab es schwere Schäden an Gebäuden.  

as/pgr (rtr, dpa, afp, ap)

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Quelle:

www.dw.com