Warten Sie: Wie eine brasilianische Gemeinde mit steigenden Fluten zurechtkommt
Von dort aus fischten sie und ihr Mann, bauten Feldfrüchte an und züchteten Tiere. „Ich war ein sehr glücklicher Mensch in diesem kleinen Fleckchen Erde – es war mein Paradies“, sagt sie.
Dann kam die Nacht, die alles veränderte. Der Regen kam mit Donner und Blitzen, die die Dunkelheit durchbrachen und die kleinen Häuser am Ufer erschütterten.
Ivanil war aufgrund der steigenden Flut und der Küstenzerstörung gezwungen, umzuziehen.
In Vila do Pesqueiro, einer kleinen traditionellen Gemeinde, die mit zunehmenden Gezeiten und Küstenerosion konfrontiert ist, kamen Familien zusammen, um den Sturm zu überstehen, der ihr Leben verändern würde.
Fast zwei Jahre später ist die Erinnerung für Ivanil noch lebendig – jedes Geräusch, jeder Blitz eine Erinnerung daran, wie nahe das Meer gekommen war.
Als die Flut im Februar 2024 über die Gemeinde hinwegfegte, riss sie das Land mit sich, das sie seit Generationen ihr Zuhause genannt hatten.
Ivanil und seine Nachbarn hatten keine andere Wahl, als ihr Zuhause zu verlassen und weiter im Landesinneren ein neues Leben aufzubauen. Die Entfernung war kurz, weniger als ein Kilometer, aber die Veränderung schien immens.
„Auch wenn wir noch nicht sehr weit gekommen sind, fühlt es sich an, als wären wir in einer völlig anderen Welt“, sagte Ivanil. „Dies ist ein Mangrovengebiet – heißer, lauter und es gibt keinen Ort, an dem wir Tiere züchten oder Getreide anbauen können.“
Jhonny, Ivanils Sohn, durchsucht die Trümmer zerstörter Häuser.
Vila do Pesqueiro ist die Heimat von rund 160 Familien im Soure Marine Extractive Reserve, einem Schutzgebiet.
Es liegt gegenüber der Mündung des Amazonas in Belem, wo sich die internationale Gemeinschaft derzeit zur UN-Klimakonferenz COP30 trifft.
Die Vertreibung von Menschen aufgrund extremer Wetterbedingungen und des Klimawandels ist eines der zentralen Themen, die diskutiert werden.
Reservate wie Soure Marine sollen den Lebensunterhalt und die Kultur traditioneller Bevölkerungsgruppen schützen und gleichzeitig die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen fördern.
Der Fischfang bleibt die Haupteinnahmequelle der Gemeinde, während die lokale Gastronomie und der Kleintourismus den Familien das Überleben sichern.
Prekäre Existenz
Doch je höher die Flut, desto fragiler werden Lebensgrundlagen und Häuser.
Für viele Dorfbewohner sind die Veränderungen zutiefst persönlich geworden. Neben Ivanil lebt sein Sohn Jhonny, ein Fischer und Universitätsstudent, der gerade seine Aufnahmeprüfung für ein Biologiestudium bestanden hatte, als die Flut kam.
Als Kind beobachtete er, wie sich das Meer Jahr für Jahr veränderte, wobei stärkere Gezeiten und schnellere Erosion die Küstenlinie, die er einst kannte, nach und nach veränderten.
Jhonny erinnert sich, wie schnell sich alles zu ändern begann. Mit jeder Jahreszeit kam das Wasser ein wenig näher, bis es eines Tages ihr Haus erreichte. „Der Ort, an dem unsere Häuser standen, steht jetzt unter Wasser“, sagte er.
Er denkt oft an die Familien, die noch am Wasser leben, wohl wissend, dass im nächsten Jahr stärkere Gezeiten zu erwarten sind. „Für mich geht es beim Umzug nicht nur um Sicherheit“, sagte er. „Es geht darum, den Ort und die Menschen zu schützen, die mein Leben geprägt haben.“
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