Donald Trump eskaliere seine Drohungen militärischer Aggression gegen Kuba in einem gefährlichen und beispiellosen Ausmaß, schrieb der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel auf der Onlineplattform X. Die internationale Gemeinschaft müsse diese Drohungen zur Kenntnis nehmen und gemeinsam mit der US-Bevölkerung entscheiden, ob ein solch “drastischer krimineller Akt zugelassen” werden dürfe.
Kuba: Jeder Zentimeter wird verteidigt
Díaz-Canel betonte, kein Aggressor, egal, wie mächtig er sei, werde in Kuba auf Kapitulation stoßen. Vielmehr werde er auf ein Volk treffen, das entschlossen sei, die Souveränität und Unabhängigkeit auf jedem Zentimeter des Staatsgebiets zu verteidigen.
Am Tag der Arbeit (1. Mai) hatten Hunderttausende Kubaner in der Hauptstadt Havanna gegen das US-Embargo und die Drohungen der Trump-Regierung protestiert. An der Kundgebung nahmen nach Regierungsangaben mehr als 500.000 Menschen teil, darunter auch Díaz-Canel und der frühere Staatschef Raúl Castro.
Lebensmittel, Strom und Treibstoff fehlen
Das kommunistisch regierte Kuba leidet unter der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Verschärft wird die Lage durch massive Energieknappheit, weil die US-Regierung seit Januar eine Ölblockade gegen den Inselstaat verhängt hat. Immer wieder fällt stundenlang der Strom aus, es mangelt an Treibstoff, Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs.
US-Präsident Trump hat in den vergangenen Wochen mehrfach eine Übernahme Kubas mit seinen rund zehn Millionen Einwohnern ins Spiel gebracht. Kuba sei ein “gescheiterten Staat”. Trump drohte damit, “in Kuba vorbeischauen” zu wollen, wenn der Iran-Krieg vorüber sei.
Der Karibikstaat liegt etwa 145 Kilometer von der Südspitze des US-Bundesstaats Florida entfernt. Seit der kommunistischen Revolution auf der Insel unter Führung von Fidel Castro im Jahr 1959 herrscht in dem Land eine Einparteiendiktatur.
haz/wa (dpa, afp, rtr)
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