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GesundheitSorge vor Eskalation: Saudi-Koalition greift im Jemen an

Sorge vor Eskalation: Saudi-Koalition greift im Jemen an

Durch den Konflikt zwischen den USA und dem Iran um die Straße von Hormus spitzt sich auch die Lage im Roten Meer zu. Nach einem erneuten Angriff auf ein Schiff dort flog eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe im Jemen. Es seien “legitime militärische Ziele” der mit dem Iran verbündeten Huthi-Miliz in der jemenitischen Provinz Hudaida attackiert worden, heißt es.

Huthi-nahe Medien hatten zuvor Angriffe in der Hafenstadt Hudaida gemeldet. Einrichtungen der staatlichen Telekommunikationsgesellschaft sowie die Insel Kamaran seien getroffen worden. Auch von Angriffen auf den Hafen von Hudaida ist die Rede.

Nach den Luftschlägen der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition drohten die Huthi dem benachbarten Königreich mit Vergeltung. Die Angriffe auf zivile Ziele würden “nicht ungestraft bleiben”, meldet die von der Schiitenmiliz kontrollierte Nachrichtenagentur SABA. Eskalation werde mit Eskalation beantwortet. 

“Maritimer Terrorismus”

Zuvor war es im Roten Meer erneut zu einem Angriff auf ein unter saudi-arabischer Flagge fahrendes Schiff gekommen. Dabei sei der Rumpf der “NCC Masa” leicht beschädigt worden, berichtet die staatliche saudi-arabische Nachrichtenagentur SPA.

In der Nacht zum Donnerstag war bereits der saudi-arabische Öltanker “Encelia” angegriffen worden. Die schiitischen Huthi reklamierten die Angriffe auf Öltanker des sunnitischen Königreichs für sich. Die Saudi-Koalition warf der Miliz “maritimen Terrorismus” vor.

Mit der Verhängung einer Blockade gegen saudi-arabische Öllieferungen durch das Rote Meer und dem Beschuss von Schiffen wollen die Huthi einen zweiten Seeweg praktisch abschneiden. Es geht um die Meerenge Bab al-Mandab, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden und dem Indischen Ozean verbindet und die zusammen mit der Straße von Hormus zu den weltweit wichtigsten Schifffahrtswegen zählt. 

Während die Straße von Hormus im Osten der Arabischen Halbinsel liegt, wo es im Iran-Krieg wiederholt zu Angriffen auf Öltanker und andere Handelsschiffe kommt, liegt Bab al-Mandab (“Tor der Tränen” oder “Tor der Klagen”) im Westen der Halbinsel. Durch diese Meerenge führt der Seeweg von Asien über den Suezkanal nach Europa. Sie hat als Umgehungsroute für die Straße von Hormus bei saudi-arabischen Ölexporten an Bedeutung gewonnen.

Die Meerenge im Visier

Die Schiitenmiliz hatte 2014 schrittweise den Norden und weitere Landesteile des Jemens überrannt und das verarmte Land auf der Arabischen Halbinsel in einen Bürgerkrieg gestürzt. Die Huthi kontrollieren auch weite Teile der westlichen Küste am Roten Meer. Von dort aus können sie mit Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern Schiffe in der Meerenge Bab al-Mandab angreifen.

Jemen Bab al-Mandab 2026 | Boote vor Küste mit Gebirgszug dahinter (an der Meerenge Bab al-Mandab) (02.04.2026)
Schiffe, die durch die Meerenge Bab al-Mandab fahren, können zur Zielscheibe der Huthi-Miliz werdenBild: REUTERS

US-Präsident Donald Trump hat den Huthi und ihrem Verbündeten Iran mit Vergeltung gedroht, falls die Miliz erneut Schiffe angreift. Er kündigte “schwere militärische Strafen gegen den Iran und natürlich auch gegen die Huthi selbst” an.

USA Washington D.C. 2025 | Donald Trump spricht mit Mohammed bin Salman (r.) (18.11.2025)
US-Präsident Donald Trump und Kronprinz Mohammed bin Salman, dem faktischen Herrscher Saudi-Arabiens (Archivbild)Bild: Saul Loeb/AFP

Die USA hatten gemeinsam mit Israel Ende Februar den Iran angegriffen. Am Dienstag wird Trump Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Weißen Haus empfangen, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Ölpreise? Weiter stabil

Nach dem sprunghaften Anstieg der Ölpreise infolge der Eskalation im Iran-Krieg sieht das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) die Versorgung in Deutschland und Europa weiterhin als stabil an. Aktuell sei die Versorgung mit Rohöl und Mineralölprodukten wie Benzin und Diesel gesichert, so die Einschätzung von DIW-Ökonomin Franziska Holz. Weil Deutschland und Europa Öl aus vielen verschiedenen Quellen bezögen, sei nicht mit einem großflächigen Lieferausfall zu rechnen, sagte Holz der Deutschen Presse-Agentur. 

Die Ökonomin ist überzeugt, dass angesichts des Konflikts im Persischen Golf und rund um die Straße von Hormus in absehbarer Zeit nicht mit einem Rückgang des Ölpreises zu rechnen sei. Außerdem räumte sie mögliche Engpässe in der Luftfahrt ein. Die Lage bei der Versorgung mit Kerosin sei schwieriger, so Holz.

haz/AR (dpa, afp, rtr)


Quelle:

www.dw.com