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GesundheitStudie: Social-Media-Verbot in Australien fast wirkungslos

Studie: Social-Media-Verbot in Australien fast wirkungslos

Trotz des staatlichen Social-Media-Verbots für unter 16-Jährige in Australien nutzen mehr als 80 Prozent der Jugendlichen diese Dienste weiter. Das ist die ernüchternde Bilanz der zuständigen Behörde eSafety. In den ersten drei Monaten nach Inkrafttreten verschafften sich demnach die meisten Minderjährigen zwischen zehn und 15 Jahren Zugang zu entsprechenden Websites oder Apps – und verweilten dort fast ebenso häufig wie früher.

Gaben vor dem Stichtag, dem 10. Dezember, 86 Prozent der befragten Kinder an, mindestens eine Plattform mit Altersbeschränkung zu nutzen, so waren es drei Monate nach Inkrafttreten des Verbots immer noch 81 Prozent. Gleichzeitig habe das Wissen der Eltern über die Nutzungsgewohnheiten ihrer Kinder abgenommen.

Vernichtendes Ergebnis

“Die meisten unter 16-Jährigen, die bereits vor Beginn der Maßnahme über Social-Media-Konten verfügten, konnten diese entweder behalten oder in den drei Monaten neue Konten erstellen”, erklärte eSafety. Hauptgrund dafür sei das Versäumnis der Plattformen, wirksame Hürden zur Altersprüfung zu implementieren. Der Report ist die erste Auswertung im Rahmen einer umfassenden zweijährigen Längsschnittstudie mit mehr als 4000 Kindern und Familien, welche helfen soll, die australischen Regeln zu bewerten.

Junge Frau bedient Smartphone
Für technisch versierte Minderjährige sind die neuen Hürden leicht zu umgehen (Symbolbild)Bild: Matthias Balk/dpa/picture alliance

Neben den beteiligten Wissenschaftlern bescheinigten auch andere Experten dem Social-Media-Verbot eine begrenzte Wirkung:  Bei einer von drei australischen Universitäten im Mai unter mehr als 1000 Minderjährigen ab zehn Jahren durchgeführten Umfrage gaben 61 Prozent der Befragten an, sie seien nicht davon betroffen und könnten die Altersverifizierung der Plattformen problemlos umgehen.

Ein Mindestalter gilt inzwischen in mehreren Ländern – wie Indonesien und Malaysia – oder steht kurz bevor, so etwa in der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Großbritannien. Als erstes Land der Europäischen Union hatte Frankreich in der vorvergangenen Woche ein Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige beschlossen, das im September in Kraft treten soll.

Die EU-Kommission will in Kürze eine Gesetzesvorlage präsentieren, die ein Verbot für Kinder unter 13 Jahren vorsieht; zudem sollen bestimmte Webseiten erst mit höherem Alter zugänglich sein. In Deutschland ist noch für 2026 ein Gesetzentwurf angekündigt.

jj/wa (afd, kna)


Quelle:

www.dw.com