Angesichts des Migrantenansturms in der spanischen Nordafrika-Enklave Ceuta hat die Diözese Cádiz und Ceuta zu Solidarität mit den ankommenden Migranten aufgerufen. Das betonte sie in einer am Donnerstagabend veröffentlichten Erklärung. In den vergangenen Tagen hatten Tausende Menschen die Enklave schwimmend über die Küste oder über den Grenzübergang Tarajal erreicht. Die spanische Regierung reagierte mit der Entsendung zusätzlicher Polizeikräfte und Soldaten.
Die Diözese betonte, sie werde mit den zuständigen Behörden zusammenarbeiten. Auch wolle man die Kollekten am Samstag und Sonntag in den Pfarren Ceutas vollständig der diözesanen Migrantenpastoral widmen. Die Mittel sollen über das Migrantenzentrum San Antonio zur Deckung der dringendsten humanitären Bedürfnisse eingesetzt werden.
Überlastete Aufnahmeeinrichtungen
Die Aufnahmeeinrichtungen gelten inzwischen als überlastet. Ceutas Regionalpräsident Juan Jesús Vivas sprach von einem “totalen humanitären und sozialen Notstand”.
Auch auf europäischer Ebene wird die Entwicklung verfolgt. EU-Migrationskommissar Magnus Brunner sagte Spanien Unterstützung unter anderem durch die Grenzschutzagentur Frontex zu und kündigte eine enge Abstimmung mit den marokkanischen Behörden an, um weitere gefährliche Überfahrten zu verhindern.
Der sprunghafte Anstieg der Ankünfte erinnert an die Migrationskrise von 2021, als innerhalb weniger Tage rund 8.000 Menschen von Marokko nach Ceuta gelangten. Als möglicher Auslöser der aktuellen Entwicklung gilt ein Urteil des Obersten Gerichtshofs Spaniens, wonach auf dem Seeweg aufgegriffene Migranten nicht mehr unmittelbar nach Marokko zurückgewiesen werden dürfen.
Quelle:
www.domradio.de



