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Analyse & RecherchenInterviewsHamburger CSD: Rekorddemo mit verschärfter Sicherheit

Hamburger CSD: Rekorddemo mit verschärfter Sicherheit

Rund 55 Trucks und 80 Fußgruppen ziehen durch die Hamburger Innenstadt, um ein buntes Zeichen für Vielfalt und Toleranz zu setzen. Nach dem Anschlag am Rande des Berliner CSD sind die Sicherheitsmaßnahmen rund um die Demo noch einmal verschärft worden. Der Hamburger Christopher Street Day zieht damit bundesweit Aufmerksamkeit auf sich – mit 150 angemeldeten Gruppen ist es der bisher größte CSD in Hamburg.

Die Kundgebung unter dem Motto “Solidarisch queer. Haltung zeigen – für eine Zukunft ohne Angst” findet nur eine Woche nach dem islamistischen Anschlag beim Berliner CSD statt. Die Veranstalter rechnen mit rund 250.000 Besucherinnen und Besuchern.

Deutschland Hamburg 2026 | Christopher Street Day Pride-Parade
Bunte Regenbogenfahnen überallBild: Lisi Niesner/REUTERS

Eigener Wagen aus Berlin

Der Berliner CSD-Verein nimmt mit einem eigenen Wagen an der Demonstration teil. Die dort Mitfahrenden tragen dunkle Kleidung: “Weitermachen und Innehalten gehören für uns zusammen”, schrieb der Verein bei Instagram. Es werde auch in Berlin wieder einen CSD geben – mit der kurzfristigen Teilnahme wolle man “Hamburg Pride” jetzt den Rücken stärken.

Unter den Teilnehmenden waren auch Politikerinnen und Politiker aus Hamburg und dem Bund, darunter der SPD-Fraktionschef im Bundestag, Matthias Miersch, die frühere Grünen-Bundesvorsitzende Ricarda Lang und die Hamburger Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne).

Deutschland Hamburg 2026 | Start der CSD-Parade mit Miersch, Fegebank & Olivia Jones
Am CSD-Marsch nahmen auch Politiker, Verbandsvertreter und Prominente teil, v.l.n.r.: SPD-Bundestagsfraktionschef Matthias Miersch, Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne), “Hamburg Pride”-Co-Vorsitzender Christoph Kahrmann, Dragqueen Olivia Jones, “Hamburg Pride”-Co-Vorsitzende Jenny Saitzek, Hamburger SPD-Fraktionschef Andreas DresselBild: Georg Wendt/dpa/picture alliance

Doppelt so viel Polizei

Die Polizei in Hamburg setzt doppelt so viele Beamtinnen und Beamte ein wie im vergangenen Jahr, dazu kommen Betonpoller sowie Lastwagen, die als Barrieren auf den Straßen stehen und bei Rettungseinsätzen schnell zur Seite gefahren werden können. Konkrete Gefährdungshinweise für den CSD an diesem Samstag lagen den Sicherheitsbehörden bis zuletzt nicht vor. “Hamburg Pride” steht zudem in ständigem Austausch mit der Polizei.

Deutschland Hamburg 2026 | Herzförmige Regenbogenballons neben Polizeiwagen beim CSD
Die Polizeipräsenz ist allgegenwärtigBild: Focke Strangmann/AFP

Bei dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag in Berlin war am 25. Juli am Abend des CSD ein Kastenwagen in eine Menschenmenge gefahren. Eine Frau wurde getötet, 31 Menschen wurden verletzt. Der tatverdächtige 21-Jährige Abdul B. wurde später bei einem Polizeieinsatz erschossen. Auf seinem Handy hatten die Ermittler später ein Bekennervideo zum so genannten Islamischen Staat gefunden.

Deutschland Berlin 2026 | Menschen trauern am Tatort im Tiergarten nach CSD-Anschlag
Menschen trauern am Tatort im Berliner Tiergarten – hier wurden eine Frau getötet und 31 Menschen verletztBild: Christian Ditsch/epd/IMAGO

Die CSD-Kundgebungen erinnern an den 28. Juni 1969, als die Polizei die Schwulenbar “Stonewall Inn” in der Christopher Street in New York stürmte. Das gilt als Geburtsstunde der modernen Lesben- und Schwulenbewegung.

as/gri (afd, dpa, ap, ndr)


Quelle:

www.dw.com