Rund 55 Trucks und 80 Fußgruppen ziehen durch die Hamburger Innenstadt, um ein buntes Zeichen für Vielfalt und Toleranz zu setzen. Nach dem Anschlag am Rande des Berliner CSD sind die Sicherheitsmaßnahmen rund um die Demo noch einmal verschärft worden. Der Hamburger Christopher Street Day zieht damit bundesweit Aufmerksamkeit auf sich – mit 150 angemeldeten Gruppen ist es der bisher größte CSD in Hamburg.
Die Kundgebung unter dem Motto “Solidarisch queer. Haltung zeigen – für eine Zukunft ohne Angst” findet nur eine Woche nach dem islamistischen Anschlag beim Berliner CSD statt. Die Veranstalter rechnen mit rund 250.000 Besucherinnen und Besuchern.
Eigener Wagen aus Berlin
Der Berliner CSD-Verein nimmt mit einem eigenen Wagen an der Demonstration teil. Die dort Mitfahrenden tragen dunkle Kleidung: “Weitermachen und Innehalten gehören für uns zusammen”, schrieb der Verein bei Instagram. Es werde auch in Berlin wieder einen CSD geben – mit der kurzfristigen Teilnahme wolle man “Hamburg Pride” jetzt den Rücken stärken.
Unter den Teilnehmenden waren auch Politikerinnen und Politiker aus Hamburg und dem Bund, darunter der SPD-Fraktionschef im Bundestag, Matthias Miersch, die frühere Grünen-Bundesvorsitzende Ricarda Lang und die Hamburger Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne).
Doppelt so viel Polizei
Die Polizei in Hamburg setzt doppelt so viele Beamtinnen und Beamte ein wie im vergangenen Jahr, dazu kommen Betonpoller sowie Lastwagen, die als Barrieren auf den Straßen stehen und bei Rettungseinsätzen schnell zur Seite gefahren werden können. Konkrete Gefährdungshinweise für den CSD an diesem Samstag lagen den Sicherheitsbehörden bis zuletzt nicht vor. “Hamburg Pride” steht zudem in ständigem Austausch mit der Polizei.
Bei dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag in Berlin war am 25. Juli am Abend des CSD ein Kastenwagen in eine Menschenmenge gefahren. Eine Frau wurde getötet, 31 Menschen wurden verletzt. Der tatverdächtige 21-Jährige Abdul B. wurde später bei einem Polizeieinsatz erschossen. Auf seinem Handy hatten die Ermittler später ein Bekennervideo zum so genannten Islamischen Staat gefunden.
Die CSD-Kundgebungen erinnern an den 28. Juni 1969, als die Polizei die Schwulenbar “Stonewall Inn” in der Christopher Street in New York stürmte. Das gilt als Geburtsstunde der modernen Lesben- und Schwulenbewegung.
as/gri (afd, dpa, ap, ndr)
Quelle:
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