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VerteidigungIran-Krieg: Trump klingt wieder gefährlich

Iran-Krieg: Trump klingt wieder gefährlich

Während US-Präsident Donald Trump dem Iran abermals ein Ultimatum für Gespräche zur Beilegung des Konflikts setzt, ist in der Straße von Hormus erneut ein Handelsschiff angegriffen worden. Vor der Küste des Omans traf ein “unbekanntes Geschoss” den Frachter, wie die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) mitteilte.

Die Attacke ereignete sich rund 37 Kilometer nordöstlich des omanischen Ortes Al Khasab. Die UKMTO machte zunächst keine Angaben zu möglichen Schäden oder Verletzten auf dem Frachter. In der Straße von Hormus haben Streitkräfte der Islamischen Republik seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar immer wieder Schiffe angegriffen. 

“Letzte Chance vor der Enthauptung”

Trump zufolge geht es in laufenden Gesprächen um die vollständige Öffnung der Meerenge noch an diesem Dienstag. Das wäre der Zustand, der vor dem Krieg geherrscht hatte. Eine Rückkehr zum Vorkriegszustand hatte Teheran aber wiederholt abgelehnt. Diplomatische Gespräche mit dem Iran bezeichnete Trump als “letzte Chance”, einer “Enthauptung” zu entgehen.

Iran Teheran 2026 | Präsident Massud Peseschkian lächelt in die Kamera
Gut gelaunt: Irans Präsident Massud Peseschkian auf einer Pressekonferenz am SonntagBild: Iranian Presidency/UPI Photo/IMAGO

Angesichts der festgefahrenen Lage baut der US-Präsident damit die nächste Drohkulisse auf. In der Vergangenheit hatte die US-Regierung immer wieder Ultimaten ausgesprochen, die dann folgenlos blieben. Der tatsächliche Verhandlungsstand zwischen den beiden Parteien ist unklar.

Bombardement der Superlative – theoretisch

Trump hatte am Sonntag (Ortszeit) neue Gespräche für Montag angekündigt. Nach seiner Darstellung sagte er den größten Angriff des US-Militärs “seit dem Zweiten Weltkrieg” vorerst ab, um weiteren Verhandlungen mit dem Iran eine Chance zu geben.

Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai informierte allerdings zunächst nur über bilaterale Verhandlungen seines Landes mit dem Oman über einen gemeinsamen vorläufigen Schifffahrtskorridor in der Straße von Hormus. Trump warf dem Iran daraufhin Unehrlichkeit vor.

Nadelstiche am Nadelöhr

Infolge des Krieges war die Schifffahrt in der für den Export von Öl und Gas wichtigen Meerenge quasi zum Erliegen gekommen, was die Preise an den Energiemärkten weltweit nach oben trieb. Nach Gesprächen über eine Öffnung der Straße von Hormus soll es laut Trump in einer zweiten Phase um die “Denuklearisierung” des Irans gehen – das werde länger dauern, räumte der Präsident ein.

Iran Teheran 2026 | Iranische Raketen sind am Azadi-Platz ausgestellt
Demonstrativ kampfesmutig: Der Iran hält sich nicht an Zusagen und zeigt sein Waffenarsenal (Waffenschau in Teheran am Donnerstag)Bild: Hossein Beris/Middle East Images/IMAGO

Am 28. Februar hatten die Vereinigten Staaten gemeinsam mit Israel begonnen, den Iran anzugreifen. Im Gegenzug attackierte der Iran US-Verbündete in der Region. Trump betont stets, der Iran dürfe niemals an Atomwaffen gelangen.

Nur ganz kurz – und (seit Monaten) bald vorbei

Der Konflikt sollte nach ursprünglichen Angaben Trumps nur einige Wochen dauern. Doch inzwischen sind rund fünf Monate vergangen. Kritiker werfen dem Republikaner vor, sich verkalkuliert zu haben, und warnen vor einem langwierigen Krieg. Im eigenen Land hat Trump schlechte Umfragewerte.

Der Druck auf den Präsidenten steigt wegen der anstehenden Zwischenwahlen im US-Parlament im November. Es ist ungewiss, ob die Republikaner ihre dünnen Mehrheiten in Senat und Repräsentantenhaus verteidigen können.

jj/pgr (dpa, afp, rtr)


Quelle:

www.dw.com