Nach sieben Jahren an der Isar verlässt Torhüterin Maria Luisa Grohs die FC Bayern Frauen zum Saisonende. Die 24-Jährige hatte sich nach einer Krebserkrankung wieder zurückgekämpft und sucht nun nach einer neuen Herausforderung.
Wenn die FC Bayern Frauen am Samstagnachmittag ihr letztes Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt am Campus bestreiten, wird es emotional. Denn Torhüterin Maria Luisa Grohs verlässt die Münchnerinnen zum Saisonende und wird für ihre Zeit beim FCB vor dem Spiel gebührend verabschiedet. Dies gab der Verein am Dienstag bekannt.
Fünf Meistertitel, ein Pokalsieg und zwei Supercup-Erfolge
Mala Grohs, wie ihr selbstgewählter Spitzname lautet, lief sieben Jahre für den FC Bayern auf. In jungen Jahren vom VfL Bochum gekommen, spielte sie an der Isar erst für die zweite Mannschaft, bevor sie sich mit ihren Leistungen für die Bundesliga empfehlen konnte. Zur Nummer eins aufgestiegen bestritt die 24-Jährige insgesamt 95 Spiele für den FCB und feierte fünf Meistertitel, einen DFB-Pokalsieg und zwei Supercup-Siege.
“Der FC Bayern ist für mich zu einer Heimat geworden. (…) Wenn ich auf meine sieben Jahre hier zurückblicke, denke ich an unzählige kleine Momente in der Kabine, an unsere Titelgewinne und meine ersten Schritte im Profifußball”, äußert sich die Abgängerin in der Meldung des Vereins.
Bianca Rech, Direktorin des Frauenfußballs im Verein, betont die Rolle der Torhüterin im Team: “Sie war an vielen besonderen Momenten unserer Mannschaft entscheidend beteiligt. Gleichzeitig war sie mit ihrem warmherzigen Charakter eine zentrale Persönlichkeit für das gesamte Mannschaftsgefüge.”
Grohs mit Comeback nach Krebserkrankung
Die Zeit beim FC Bayern wird die Torhüterin nicht nur wegen der Erfolge und positiven Entwicklungen nicht vergessen. Im November 2024 hatte sie eine Krebserkrankung öffentlich gemacht. Die Unterstützung vom Verein wurde auch durch eine sofortige Vertragsverlängerung bis Sommer 2026 deutlich, die Anteilnahme in ganz Fußball-Deutschland war groß. Nach erfolgreicher Operation feierte Grohs drei Monate nach Bekanntwerden ihrer Erkrankung ihr Comeback und stand für ein Testspiel Ende Januar 2025 wieder im Tor der Münchnerinnen.
“Ihre schwere Erkrankung hat uns alle sehr getroffen”, sagt Rech über die schwierige Zeit. “Doch Mala hat mit beeindruckender Stärke, Mut und großer Positivität immer weitergemacht und damit vielen Menschen ein Vorbild gegeben. Wir danken ihr von Herzen für alles, was sie für den FC Bayern geleistet hat.”
Maria Luisa Grohs: “Stolz und Dankbarkeit”
Nach ihrer Genesung hatte Grohs sich wieder in den Leistungssport zurück gekämpft, doch war zuletzt aufgrund der starken Leistungen von DFB-Ersatztorhüterin Ena Mahmutovic nur noch die Nummer zwei im Kader gewesen. In der Saison 2025/26 kam sie acht mal in der Bundesliga und zwei Mal in der Champions League zum Einsatz.
Über die erfolgreiche und auch turbulente Zeit sagt die Torhüterin selbst: “Der Weg ging nicht immer schnurgeradeaus, hat mir an verschiedenen Stellen alles abverlangt und dafür an anderen umso mehr zurückgegeben.” Nun blicke sie voller Stolz und Dankbarkeit auf die sieben Jahre zurück. “Am schwersten fällt es mir, die Mädels, euch Fans und diese besondere Atmosphäre rund um die Mannschaft zurückzulassen – die warmen Blicke und die Freude in den Augen.”
Nun sucht die noch junge Profifußballerin nach einer neuen Herausforderung. Wohin sie gehen wird, ist noch nicht bekannt. Für die letzten Wochen beim FC Bayern wünsche sie sich nur eines: “Dass wir die Saison mit dem Double beenden.”
Quelle: BR24 05.05.2026 – 13:38 Uhr
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