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SportPräsident bis 2031? Infantino kündigt erneute Kandidatur an

Präsident bis 2031? Infantino kündigt erneute Kandidatur an

Stand: 30.04.2026 • 22:50 Uhr

Gianni Infantino hat seine Kandidatur für die Wiederwahl zum FIFA-Präsidenten 2027 angekündigt. Beim FIFA-Kongress in Vancouver versuchte er zudem, für Ruhe in Sachen Iran zu sorgen.

Chaled Nahar

Robert Kempe

“Es ist mir eine Ehre mitzuteilen, dass ich erneut kandidiere”, sagte Infantino am Ende des FIFA-Kongresses in Vancouver/Kanada. Von Amtsmüdigkeit zeigte Infantino keine Spur. Er sagte schon vor der Verkündung: “Macht Euch bereit – es kommt noch mehr.” Er erfuhr in den vergangenen Tagen von den Nationalverbänden viel Unterstützung.

Die Konföderationen aus Südamerika (10 Stimmen), Afrika (54 Stimmen) und Asien (46 Stimmen) teilten bereits mit, dass sie Infantino bei einer Wiederwahl unterstützen würden. Das wäre mit 110 von 211 bereits eine Mehrheit. Auf eine weitgehende Zustimmung aus Europa wird Infantino bei einer Kandidatur wohl auch zählen können, darauf angewiesen ist er aber jetzt schon nicht mehr. 2019 und 2023 gab es keine Gegenkandidaten – Infantino wurde jeweils per Akklamation wiedergewählt. 2027 steht in Rabat/Marokko ein ähnliches Prozedere an, wenn es keinen Gegenkandidaten gibt.

Infantino kam 2016 nach dem Rücktritt Sepp Blatters in Folge des damaligen FIFA-Skandals erstmals ins Amt. Die Statuten sehen derzeit maximal drei Amtszeiten vor. 2022 bestätigte ihm der FIFA-Rat aber, dass die Amtszeit von 2016 bis 2019 unvollständig gewesen ist und deshalb nicht bei der Amtszeitbegrenzung zählt. Sofern dann eine Amtszeitbegrenzung noch in Kraft ist, wäre für Infantino damit 2031 nach seiner offiziell dritten Amtszeit Schluss.

Die Kandidatur habe ihn “nicht sonderlich überrascht”, sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf im Gespräch mit der Sportschau. “Wir werden diese Kandidatur natürlich in unseren Gremien mit der DFL besprechen.” Die Bewerbungsfrist habe jetzt begonnen, “bis zum 18. November können unterschiedliche Kandidaten noch ihr Interesse an dem Amt äußern”, so Neuendorf. Erst dann wolle man eine Entscheidung treffen.

Infantino wirbt mit viel Geld für seine Wiederwahl

Infantino nutzte den Kongress zu Beginn für eine regelrechte Wahlkampfrede. Er verwies auf die starken finanziellen Zahlen des Weltverbands. Die erwarteten Einnahmen für den Zeitraum 2023 bis 2026 belaufen sich nun auf 14 Milliarden US-Dollar, sagte Infantino. Dass dieses Geld zum größten Teil bei den Verbänden und ihren Delegierten und damit bei den Wahlberechtigten bei der Präsidentschaftswahl landen wird, machte Infantino mehrfach deutlich. Das gilt auch in Bezug auf die Einnahmen aus dem Verkauf von Tickets bei der WM 2026, an den Preisen gab es große Kritik. Diese Einnahmen werden laut Infantino ebenfalls dazu genutzt, um die 211 Verbände mit Geld auszustatten. “Das Geld der FIFA ist euer Geld”, sagte er an die Delegierten gerichtet.

Dass Geld bei einer Wiederwahl das wichtigste Thema ist, zeigte auch die Vorstellung des Budgets für 2027 bis 2030. Für diesen Zeitraum sind erneut 14 Milliarden US-Dollar eingeplant, die wiederum zum größten Teil an die Verbände gehen, teilte die FIFA mit. Indirekt bestätigte Infantino schon da seine Kandidatur für 2027, indem er mit Blick auf die 14 Milliarden sagte: “Merkt euch meine Worte: wir werden noch besser sein.”

Delegierte lauschen FIFA-Präsident Gianni Infantino beim FIFA-Kongress in Vancouver

Iran fehlt beim Kongress – Infantino versucht, zu beruhigen

Als FIFA-Generalsekretär Mattias Grafström zu Beginn die Anwesenheitsliste beim FIFA-Kongress verlas, wurde die einzige Lücke im Saal deutlich. “Islamische Republik Iran – abwesend”, verlas Grafström. Die Delegation des Iran war nicht zur Versammlung aller 211 Nationalverbände gekommen. Während die Vertreter des Iran Beleidigungen der Beamten bei der Einreise geltend machten, teilten Kanadas Behörden mit, dass Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden nicht ins Land dürften.

Die offensichtliche Frage: Was heißt das für die WM? Infantinos erste Worte bei seiner Rede sollten in dieser Beziehung gleich für Beruhigung sorgen. “Der Iran wird mitspielen und er wird in den USA spielen”, sagte der FIFA-Präsident. Der Iran steht für Partien gegen Belgien, Ägypten und Neuseeland in Los Angeles und Seattle im WM-Spielplan. Das Trainingscamp soll in Tucson/Arizona liegen.

“Abwesend” – der Moment, in dem der Iran beim FIFA-Kongress in Vancouver aufgerufen wird


Quelle:

www.sportschau.de

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